TOSKANA JAHRGANG 2016

Dass der Verlauf des Jahres 2016 für die Winzer in der Toskana einer Achterbahnfahrt gleichkam, darauf haben wir schon mehrfach hingewiesen. Aber genau diesem Umstand sowie einem warmen, trockenen Herbst bis hin zur Lese, ist einer der größten Jahrgänge der letzten 50 Jahre entsprungen – ja, vielleicht sogar der Jahrgang schlechthin, über den man noch in vielen Jahren sprechen wird. Nach 2010 und 2015 ist es der dritte Jahrgang der letzten 11 Jahre, der eine überragende Qualität in das Glas bringt. 

Dabei ist der Jahrgang 2016 vielleicht der anspruchsvollste, zugleich der tiefgründigste und komplexeste mit einer immens hohen Lebenserwartung. Wir waren schon im letztem Jahr von den umwerfenden Qualitäten dieser Brunelli geradezu begeistert, aber erst jetzt, nachdem die Weine so richtig zur Ruhe gekommen sind, lassen sich die tatsächlichen qualitativen Dimensionen überhaupt erahnen und bewerten. Diese Weine sind dicht, unglaublich reich strukturiert, extrem komplex und doch dabei frisch mit einem feinen mineralischen Nerv und enorm elegant bei aller Kraft und Fülle. Und sie alle verfügen über ein enormes Reife- und Lagerungspotential. Wie schrieb der renommierte Weinkritiker James Suckling so schön:
»I learned a long time ago as a wine critic that great years are years when everything is outstanding from the lesser-known properties to the most prestigious ones. The 2016 and 2015 vintages certainly achieved this, making this pair of years the greatest ever for Brunello di Montalcino.«

Von diesen Weinen sollte also der Italienfreund auf jeden Fall Flaschen im Keller haben, sie werden einen über Dekaden begleiten und für großartige, genussvolle Stunden sorgen.

Brunello – eine toskanische Spitzen-Region stellt sich vor 

Brunello di Montalcino, die Region ist nicht nur eine der kleinsten kontrollierten Herkünfte für Spitzenweine in Italien, sie ist vielleicht auch jene Region mit der wohl eigentümlichsten Geschichte. Entstanden ist der Brunello di Montalcino in seiner heute bekannten und berühmten Form überhaupt erst 1888 mit der Entdeckung des Sangiovese-Klons Brunello durch Ferruccio Biondi Santi. 

Allerdings belegen schriftliche Urkunden mit enthusiastischen Beschreibungen, dass bereits viele Jahre zuvor hier außerordentlich gute und hochwertige Weine produziert wurden. Dennoch betrug die Rebfläche bis Anfang der 60er nicht einmal 100 Hektar, die sich knapp 11 Erzeuger teilten. Heute ist die Fläche auf gerade einmal exklusive 2.000 Hektar gewachsen, das ist immer noch sehr klein. 

Das Besondere an der ca. 112 Kilometer südlich von Florenz gelegenen Region ist neben dem Boden das Klima. Brunello liegt tiefer als etwa das Chianti, und die sanften Hügel öffnen sich hin zum Meer. Dadurch fangen die Weinberge sehr viel mehr Wärme ein und daraus resultierend, gestalten sich die Weine für die sonstigen toskanische Verhältnisse sehr kraftvoll, sehr gehaltvoll und schlichtweg einfach majestätisch- und doch sind sie dabei tiefgründig und elegant, speziell im überragenden Jahrgang 2016.
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