Winzerchampagner: Individualisten der Spitzenklasse

Die Bewegung der kleinen Champagner-Manufakturen ist ins Rollen gekommen und beglückt die Champagnerfreunde mit handgefertigten und sehr authentischen Champagnern. Höchste Zeit, das Thema Winzerchampagner näher unter die Lupe zu nehmen.

Es ist eines der faszinierendsten Getränke weltweit: Champagner. Die feinen Perlen, das cremige Mundgefühl, die zarte Eleganz sind ungebrochen anziehend und unverwechselbar. Gleichzeitig denken die meisten damit an die bekannten und beliebten Markenhäuser. Dabei gibt es rund 15.000 Winzer in der Champagne. Der Großteil von ihnen liefert die Trauben direkt an die Kellereien ab. In den vergangenen Jahren hat sich jedoch eine Szene von kleinen Weingütern etabliert, die im Schatten der großen Namen individuelle, handwerkliche Schaumweine der Spitzenklasse herstellt: die Winzerchampagner.

Um diesen Begriff verwenden zu dürfen, müssen alle Schritte in einer Hand liegen: Der Winzer muss die Trauben selbst anbauen, selbst verarbeiten und selbst zu Champagner vollenden. Winzerchampagner sind eine wahre Rarität: Nur 2 bis 3 % der gesamten Champagner-Produktionsmenge stammen aus den selbstständigen kleinen Weingütern. Doch wer Champagner herstellen möchte, muss strenge Vorschriften erfüllen.

Auch wenn die Regeln für Winzerchampagner und die großen Häuser gleich sind, gibt es enorme Unterschiede. Selbstständige Champagnerwinzer können die Charakteristika des jeweiligen Terroirs besser herausarbeiten. Viele bauen einzelne Parzellen aus oder stellen Champagner aus jahrzehntealten Reben her. All das ist nur möglich, wenn die Produktionsmengen klein sind. So sind Winzerchampagner deutlich individueller und eigenständiger. Diese Unverwechselbarkeit wollen die Familienbetriebe betonen. Viele verzichten deshalb auch auf die Dosage und bringen ihren Champagner absolut trocken auf den Markt: Brut nature. Dieses Geschmacksprofil ohne ein Gramm Restzucker zeigt die jeweilige Handschrift und das Winzerhandwerk so puristisch wie möglich.