»Auf ein Glas« mit Caroline Frey

»Auf ein Glas« mit Caroline Frey

In unserer Reihe »Auf ein Glas« stellen wir Ihnen interessante Persönlichkeiten aus der Welt der Weine und Kulinarik vor. Heute kommt Caroline Frey zu Wort. Sie leitet das Weingut Jaboulet in der nördlichen Rhone und La Lagune in Bordeaux.

1. Bitte stellen Sie sich zu Beginn kurz mit zwei Sätzen vor… Ich komme aus der Champagne und bin Winzerin seit etwas mehr als 15 Jahren auf Schloss La Lagune, auf der Domaine Paul Jaboulet Ainé, im Burgund auf Schloss Corton C, und in der Schweiz. Meine Passion ist es, großartige Trauben zu züchten, um noch großartigere Weine produzieren zu können.

2. Mein Weg zum Wein war… Ich habe Önologie an der Universität in Bordeaux studiert, wo ich die Möglichkeit bekam, Yves Glories und Denis Dubourdieu zu treffen. Ich hatte die Chance mit Denis Dubourdieu zu arbeiten. Er brachte mir sehr viel bei. Jede Weinernte war eine Lehre. Heute beschäftige ich mich leidenschaftlich gern mit Themen der Biodynamik.

3. Was trinken Sie, wenn Sie keinen Wein trinken? Ich trinke viel Wasser, das ist wichtig. Aber nichts kann Wein ersetzen!

4. Mein erster Wein, an den ich mich erinnern kann, ist… Ich erinnere mich, dass meine Eltern einige Tropfen Champagner in ihren Gläsern beim Aperitif übrigließen und ich diese Tropfen versucht habe auszutrinken. Aber meine erste wirklich große Erinnerung ist ein Leoville Las Case 1989, den mein Vater zu meinem 18. Geburtstag geöffnet hat. Ich denke, meine Liebe zu den Great Cabernets Sauvignons kommt daher.

5. Mein Lieblingsessen ist… und dazu trinke ich am liebsten…Gebratenes Hähnchen mit knuspriger Haut. Dieses Gericht lässt sich gut mit vielen wunderbaren Weinen kombinieren. Heute würde ich es mit einer Flasche Yquem genießen. Morgen mit einem Chateau des Tours oder einem Fonroque.

6. Als Aperitif wähle ich immer… Champagner, es weckt die Geschmacksknospen für den nächsten Gang.

7. Das Beste nach einer Weinverkostung ist… Ebenfalls ein Glas Champagner.

8. Mein schlimmster Weinmoment war… Das war eines Morgens während der Weinbereitung. Ich betrat den Keller und einer der Tanks hat über Nacht angefangen zu gären und ist komplett übergelaufen… wie ein Dampfkochtopf!

9. Mit diesem Menschen würde ich gerne mal einen Wein trinken: Es ist anspruchsvoll, einen tollen Wein mit jemandem gänzlich genießen zu können. Aus diesem Grund freue ich mich darauf, großartige Weine mit meiner Tochter zu probieren, natürlich erst, wenn sie erwachsen ist

10. Mein letzter Schluck vor dem Weltuntergang sollte … sein: Ich hoffe, dass der Weltuntergang spät genug kommt, da ich unbedingt in der Lage sein möchte, die Weinernten von La Chapelle, welche ich selbst ausgearbeitet habe, bei guter Reife zu probieren. Zum Beispiel 2010, 2015, 2016… Ich muss noch weitere 30 Jahre aushalten! Aber wenn es morgen wäre, dann, ohne Zweifel, einen 1961 Chapel, um diese Reise mit einer großartigen Erinnerung zu machen.

11. Das habe ich aus alten Weinflaschen/Weinfässern selber gebaut/gebastelt: Vasen in verschiedenen Größen und sogar „Dame-Jeannes“ (Anmerkung der Redaktion: Dame Jeannes sind antike französische Glasballons).

12. Das passt überhaupt nicht zu Wein: Synthetische Chemie. Trauben und Wein müssen die Frucht der Natur sein, nicht synthetische Chemie.

13. Das macht unsere Weine besonders: Nur der Bodengeschmack macht meinen Wein außergewöhnlich. Ich bin nur ein Bindeglied zwischen der Erde und dem Glas.