»Auf ein Glas« mit Hans Oliver Spanier

»Auf ein Glas« mit Hans Oliver Spanier

In unserer Reihe »Auf ein Glas« stellen wir Ihnen interessante Persönlichkeiten aus der Welt der Weine und Kulinarik vor. Heute kommt Hans Oliver Spanier vom Weingut Battenfeld-Spanier zu Wort.

1. Bitte stellen Sie sich zu Beginn kurz mit zwei Sätzen vor… 1991, habe ich im Alter von 20 Jahren mein Weingut gegründet, das ich von Beginn an ökologisch bewirtschaftet habe. Die Wiederherstellung und Pflege der Bodenlebendigkeit ist mein wichtigstes Ziel, denn nur so kann das, was in der Zeit weit vor uns liegt und auch ewig nach uns kommt, schmeckbar werden: die Böden. Riesling ist meine Vision.

2. Mein Weg zum Wein war… Über Leidenschaft. Als Winzer wird man geboren.

3. Was trinken Sie, wenn Sie keinen Wein trinken? Viel Wasser und gerne einmal einen Vintage Port.

4. Mein erster Wein, an den ich mich erinnern kann, ist… Eine süße Auslese vom Roter Hang in Nierstein.

5. Mein Lieblingsessen ist…und dazu trinke ich am liebsten… Einfache Gerichte mit tollen Produkten klasse gemacht. Dazu gereifte Weine quer durch Europa.

6. Als Aperitif wähle ich immer… Champagner

7. Das Beste nach einer Weinverkostung ist… Einen Kabinett von der Mosel

8. Mein schlimmster Weinmoment war… Die Hagelereignisse im Jahr 2011, wo es faktisch in fast jede unserer Top Lagen reingehagelt hat und das über 3 Tage.

9. Mit diesem Menschen würde ich gerne mal einen Wein trinken… Helmut Kohl und Helmut Schmidt

10. Mein letzter Schluck vor dem Weltuntergang sollte sein… 2015 CO Riesling aus der Magnum

11. Das passt überhaupt nicht zu Wein: Schlechte Gesellschaft

12. Das macht unsere Weine besonders: Meine Weine loben den Raum zwischen Handeln und Loslassen, zwischen Ratio und Risiko aus. Jedes Jahr, fast jeder Tag ist ein Unikat im Weinbau. Als Winzer muss ich alles, was ich je gelernt und für sicher empfunden habe, in dem Moment, wo ich es anwenden will, schon wieder vergessen haben. Sonst bleibt kein Raum für Intuition. Die Traube ist für mich der Dolmetscher, der unsere extrem vom Kalk geprägten Böden des südlichen Wonnegaus in Wein übersetzt. Und das ist, was mich interessiert: das jenseits der vergänglichen Frucht angesiedelte Aromenspektrum der Steine und des Bodens. Tanzende Mineralien. Salziger Herkunftscharakter. Das gilt für den Riesling wie für den Sylvaner, den weißen wie den Roten Burgunder. Mehr Rebsorten baue ich gar nicht an.