»Auf ein Glas« mit Laura Catena

»Auf ein Glas« mit Laura Catena

In unserer Reihe »Auf ein Glas« stellen wir Ihnen interessante Persönlichkeiten aus der Welt der Weine und Kulinarik vor. Heute kommt Laura Catena zu Wort. Sie ist u. a. Winzerin beim Familienweingut Bodega Catena Zapata.

 

1. Bitte stellen Sie sich zu Beginn kurz mit zwei Sätzen vor… Ich bin Laura Catena, Biologin, Ärztin, Autorin und in der vierten Generation Winzerin für meine Familienwinzerei Bodega Catena Zapata. Mein Auftrag ist es, argentinische Weine zu machen, die zu den Besten der Welt zählen.

 

2. Mein Weg zum Wein war… Als Teenager wollte ich etwas machen, was anderen Menschen hilft, und da ich Naturwissenschaften liebte, habe ich mich für den Arztberuf entschieden. Ich verliebte mich in den Wein bereits als junge Erwachsene, auf Reisen nach Frankreich mit meinem Vater, wohin ich ihn als seine Übersetzerin begleitete. Ich war immer der Meinung, ich würde den Wein nur genießen und nicht eines Tages die Weine unseres Familienweinguts produzieren.

Aber dann bemerkte ich, wie sehr mein Vater und mein Land mich brauchen, um die großartige Qualität und Persönlichkeit unserer Weine auf der ganzen Welt bekannt zu machen. In den über 25 Jahren, in welchen ich in unserer Familienwinzerei Catena Zapata arbeite, habe ich festgestellt, dass der Wohlstand, den die Malbecrevolution meines Vaters unserer Provinz Mendoza gebracht hat, genauso wichtig und hilfreich für die Menschen ist, wie mein Arztberuf. Auch, da Wein in Maßen gesund ist: Wein verbessert die kardiovaskuläre Gesundheit, und Menschen, die Wein trinken, lächeln mehr als diejenigen, die keinen Wein trinken 🙂 (Es gibt Studien darüber!)

 

3. Was trinken Sie, wenn Sie keinen Wein trinken? Ich trinke viel entkoffeinierten Kaffee und Tee.

 

4. Mein erster Wein, an den ich mich erinnern kann, ist… Limonade mit einem Spritzer Malbec für die Farbe. Mein Großvater gab mir dies, als ich das erste Mal am „Erwachsenentisch“ sitzen durfte.

 

5. Mein Lieblingsessen ist… und dazu trinke ich am liebsten… Champignons, entweder gegrillt, im Risotto oder mit Pasta und dazu trinke ich am liebsten einen auf mehr als 1.000 Metern Höhe gealterten Malbec oder eine Cuvée aus Malbec und Carbenet Sauvignon wie Nicolas Catena Zapata.

 

6. Als Aperitif wähle ich immer… Kir Royal.

 

7. Das Beste nach einer Weinverkostung ist… Limoncello, aber manchmal ist es das Beste, man trinkt Kaffee und viel Wasser.

 

8. Mein schlimmster Weinmoment war… Die Flasche von 1939 Chateau Latour, welche nicht rechtzeitig zu dem 70. Geburtstag meines Vaters ankam, stattdessen haben wir ihn ein paar Wochen später getrunken. Der Wein war unvergesslich und wunderbar trinkbar.

 

9. Mein letzter Schluck vor dem Weltuntergang sollte ein alter traditioneller Nicolás Catena Zapata sein.

 

10. Das habe ich aus alten Weinflaschen/Weinfässern selber gebaut/gebastelt: Hartholzfußböden, Bücherregale, Tische und ein Freund stellte einmal eine großartige Lampe aus unseren Magnum-Flaschen her.

 

11. Überhaupt nicht zu Wein passt… Bei der Arbeit Wein trinken oder in der Nacht vor der Arbeit im Krankenhaus.

 

12. Das macht unseren Wein besonders: Die Malbec Traubenvielfalt wäre fast aufgrund der Reblaus-Plage ausgestorben, weil die Trauben während der kleinen Eiszeit in Europa nicht umgepflanzt werden konnten, da diese sehr kälteanfällig waren. Mitte des 19. Jahrhunderts kamen die Malbec-Trauben nach Argentinien und wir bewahrten durch Massale Selektion einige der Trauben auf. Diese reichen Jahrhunderte zurück und sind außerhalb Argentiniens nicht mehr zu finden. Malbec lässt sich vergleichen mit einer ausgestorbenen Rasse. Ich bin sehr stolz auf die Rolle, die meine Familie bei der Wiedergeburt des Malbec spielte.