Die besten Weinbars in Deutschland – vom Norden in den Osten

Die besten Weinbars in Deutschland – vom Norden in den Osten

Lange Zeit führten sie ein Schattendasein in der deutschen Gastroszene. Und obwohl es Urgesteine wie zum Beispiels Hammers Weinkostbar oder auch das Rutz in Berlin gibt, fand der große Aufschwung erst mit der Eröffnung der Cordobar statt, ebenfalls in Berlin. Den Eröffnungstermin, den 4. September 2013, kann man durchaus als Wendepunkt in der gastronomischen Weinlandschaft Deutschlands betrachten. Die Cordobar hat gezeigt, dass Weingenuss auch klassenlos und ungezwungen funktioniert, dass man also Weinkarten mit Hunderten von Positionen anbieten kann und es trotzdem keine elitäre Veranstaltung sein muss. Seitdem boomen die Weinbars in Deutschland. Das Schöne ist: Der Boom bleibt nicht ausschließlich auf die Metropolen beschränkt, sondern Weinbars funktionieren auch in kleineren Städten. Im Folgenden finden Sie einen Überblick über unsere Empfehlungen, die mal reine Weinbars, mal Weinbars in Hotels oder kombinierte Bars und Restaurants sind. Zwei Dinge aber findet man überall: eine ungezwungene Atmosphäre und eine gute Weinkarte.

 

Weinbars im Norden

 

Zu den ersten Adressen der Weinbars im Norden gehört seit langer Zeit die Sansibar auf Sylt. Natürlich ist die Sansibar weit mehr als eine Bar, sie ist längst zur Marke geworden mit eigenen Weinlinien, Bekleidungsstücken und mehr. Doch wer einfach nur auf ein Glas Wein oder besser: auf eine Flasche Wein in die Strandbar kommen möchte, wird immer noch glücklich. Schließlich findet man dort in den Dünen einen der größten Weinkeller Deutschlands. > Sansibar, Rantum, Sylt > www.sansibar.de

 

Wer es kleiner, aber ebenso kompetent haben möchte, trifft sich bei Olaf Mauksch im Weinraum in Westerland. Ein Raum, eine umfangreiche Weinkarte und dazu diverse Tapas sorgen für Glück. Zu seinen Weinen kann Olaf Mauksch so gut wie jede Frage beantworten. > Weinraum, Westerland, Sylt > www.weinraum.co

 

Mit dem Weinhaus Schachner bietet Martin Schachner geballte Weinkompetenz – im Laden wie im Bistro. Im Laden findet man mehr als 2.000 unterschiedliche Positionen, in Vinothek und Bistro gibt es zu den rund 100 Weinen Brettljause und Brotzeit. > Schachner’s Vinothek/Bistro, Westerland, Sylt > www.weinsylt.de/vinothek

 

Das Engel Weincafé ist eine Institution in Bremen, schließlich gibt es das Café schon seit mehr als 30 Jahren. Morgens kann man hier frühstücken, ab 12 h gibt es Mittagstisch, und irgendwann im Laufe des Tages verwandelt sich das Café in eine Weinbar, in der auch echte Raritäten glasweise ausgeschenkt werden. > Engel Weincafé, Bremen >  www.engelweincafe-bremen.de

 

Das Ludwig’s und das Bobby Lane sind die zwei Seiten einer Medaille in der Bremer Wachmannstraße. Beide erscheinen gediegen hanseatisch, das Ludwig’s ist Weinbar, im Bobby Lane gibt es Cocktails und Longdrinks. > Ludwig’s, Bremen > www.ludwigs-weinbar.de

 

Ganz anders präsentiert sich Olive – Brot und Wein. Hier geht es vor allem um ein mediterranes Flair, um Urlaubserinnerungen und kompetent ausgesuchte Landweine mit südlicher Wärme, zu denen neben Oliven und Wein auch Jahrgangssardinen, Wurst und Käse serviert werden. > Olive – Brot und Wein, Bremen > www.olive-weinbar.de

 

Hamburg, das muss man sagen, hat lange gebraucht, um so etwas wie eine Weinbar-Szene zu entwickeln. Die Hansestadt gibt sich gerne gediegen, und so war eine der ersten Weinbars auch die Weinwirtschaft Kleines Jacob, die man auf der anderen Straßenseite des bekannten Hotels Louis C. Jacob in Blankenese findet. Sie versprüht hanseatischen Charme, hat eine Weinkarte mit deutschen Weinen und seit Neuestem mit Eric Weinrich auch ein neues Gesicht hinter der Bar.  > Kleines Jacob Weinwirtschaft, Hamburg > https://kleines-jacob.de

 

Ganz und gar nicht hanseatisch, dafür aber mit dem typischen Charme eines Gewerbehofes der Jahrhundertwende zeigt sich das Vineyard. Das Haus ist Weinhandlung und Weinbar in einem. Man schenkt dort rund 500 Positionen ein, und das schon viel länger, als es den Weinbar-Boom in Deutschland gibt. > Vineyard, Hamburg > www.vineyard-weinhandel.de

 

Der Witwenball war und ist einer der Shooting Stars der Hamburger Weinszene. Endlich bekommt man auch mal Natural Wines, Winzerchampagner oder biodynamisch erzeugte Gewächse zu sehr fairen Preisen in ungezwungener Atmosphäre. Julia und Axel Bode haben eine Institution geschaffen, die Anlaufstelle für viele Weinbegeisterte ist, die nach Hamburg kommen. Fast nebenbei feilen sie immer stärker an der Speisekarte, die sich mittlerweile ebenfalls sehen lassen kann. > Witwenball, Hamburg > www.witwenball.com

 

Wein ohne Dresscode ist das Motto vom Weinladen St. Pauli. In diesem Stadtteil lebt, trinkt und isst man ohnehin sehr ungezwungen, da fehlte eine solche Weinbar allzu lange. Im Weinladen gibt es vor allem Weine junger Talente, präsentiert mit viel Kompetenz, aber absolut ungezwungen. Und dort kann es auch schnell man recht spät werden, weil man die Zeit vergisst. > Weinladen St. Pauli, Hamburg > www.weinladen.de

 

Am Fischmarkt unweit der Elbe findet man die Neue Heimat. Und heimisch kann man sich hier sehr schnell fühlen. Die Weinauswahl ist exzellent und zugleich in vielen Positionen ungewöhnlich. Kirschwein aus Dänemark findet man dort ebenso wie Apfel-Cidre mit Kastanie. Vor allem aber stimmen das Ambiente und die kleinen kalten und warmen Speisen, die zum Wein gereicht werden. > Neue Heimat, Hamburg > https://neue-heimat.hamburg

 

Ganz im Gegensatz zu den drei zuvor genannten Adressen geht es bei Remigio Poletto klassisch hanseatisch und zugleich italienisch zu. Die Weinauswahl der Poletto Winebar wird mittlerweile vor allem von Luigi Francia bestimmt und zeigt die große Bandbreite, die Italien zu bieten hat. Dazu gibt es natürlich die passende Küche, drinnen wie draußen. > Poletto Winebar, Hamburg > https://poletto-winebar.de

 

Auch außerhalb von Hamburg und Bremen kann man im Norden fündig werden, zum Beispiel in Oldenburg (Oldb.), wo der Weintresor mitten in der Innenstadt in der historischen Oberpostdirektion zu finden ist. Im Weinhandel findet man rund 1.100 Position, davon viele Direktimporte. In der Weinbar kann man sich diesen Genüssen freitags und samstags ab 18 h hingeben. > Weintresor, Oldenburg > www.weintresor-oldenburg.de

 

Die Fischerklause am Lütjensee ist vordergründig Ausflugslokal und Restaurant. Doch wer in die Weinkarte schaut oder direkt mit Maître Gerhard Retter spricht, der findet dort eine unglaubliche Auswahl feinster Weine. Kein Wunder eigentlich, gilt der Mitbetreiber der Berliner Cordobar doch als Institution in der österreichischen und deutschen Weinszene. > Fischerklause, Lütjensee > www.fischerklause-luetjensee.de

 

Weinbars im Osten

 

Natürlich ist vor allem die Hauptstadt der Republik bekannt für ihre Weinbar-Szene, doch längst haben sich auch in anderen Städten exzellente Weinbars etabliert. Dresden ist dafür ein hervorragendes Beispiel. So hat Silvio Nitzsche mit der Wein.Kultur.Bar ein Kleinod an Gastfreundlichkeit und Weinkompetenz geschaffen. Die 20 Plätze der Bar sind schnell vergeben, und wenn man sich in die 900 Positionen der Karte vertieft, möchte man den Platz auch nicht mehr so schnell verlassen. > Wein.Kultur.Bar, Dresden

 

Es sei denn, man wechselt zur Weinzentrale von Jens Pietzonka. Auch er gehört wie der mit ihm befreundete Silvio zu den besten Sommeliers der Republik. Wer sich von dieser Kompetenz überzeugen lassen will, schaue sich die ca. 500 Positionen umfassende Weinkarte an und ordere dazu eine der zahlreichen Schmakazien. > Weinzentrale, Dresden > www.weinzentrale.com

 

In Weimar kehrt man auf der Suche nach einem guten Glas Wein in der Weinbar Weimar ein. Philipp Heine und Anna Koller werden ab dem 17. August von Sommelier Marcello Fabbri unterstützt, der vom Sterne-Restaurant Anna Amalia in die Weinbar wechselt. Das verspricht einen weiteren Schub in diesem Wein-Hotspot Weimars. > Weinbar Weimar, Weimar > https://weinbar-weimar.de

 

Das Falco ist längst eine Leipziger Adresse, die bundesweit bekannt ist. Es ist mehr als eine Bar, es ist zugleich ein Gourmet-Restaurant mit feinster Küche. Man kann sich entscheiden, ob man im Restaurant Platz nimmt oder sich eben doch für ein Glas oder zwei an der Bar gönnt. Auch dort gibt es Fingerfood in Sternequalität, dazu viel Riesling und internationale Klassiker. > Falco, Leipzig > www.falco-leipzig.de

 

Wer über Berlin und seine Weinbars nachdenkt, dem wird zuerst die Cordobar einfallen. Die Bar, die sich an den Namen jener spanischen Stadt anlehnt, in der das legendäre Spiel zwischen der deutschen und österreichischen Fußballnationalmannschaft stattfand, wird auch tatsächlich von Weinverrückten aus beiden Nationen betrieben. Nach fünf äußerst erfolgreichen Jahren braucht die Bar eine Auszeit. Ab Oktober 2018 ist man nach einer Generalüberholung jedoch wieder am Start. Man darf gespannt sein. > Cordobar, Berlin, > www.cordobar.net

 

Eine Institution ist auch die Weinbar im Rutz. Spätestens seitdem Billy Wagner, heute Gastgeber im Nobelhardt & Schmutzig, die Bar gerockt hat. Das Rutz ist einfach ein Muss, wenn man auf der Suche nach guten Weinen durch die Hauptstadt streift. Wer zudem noch etwas essen möchte, kann sein Glas auch mit ins Rutz-Restaurant nehmen. > Rutz, Berlin > www.rutz-restaurant.de/weinbar/

 

Mit Schwein war es nicht so einfach. Erst war die Weinbar für einige Monate geöffnet und erwarb sich einen guten Ruf, dann musste sie schließen und sich eine neue Behausung suchen. Die gibt es nun in Charlottenburg, und die Kombination aus der Küche von Christoph Kümper und der ausgefeilten Weinkarte macht das Schwein wieder zu einer der spannendsten Adressen in Berlin. > Schwein, Berlin > https://www.schwein.online

 

Als vinophile Genusswerkstatt bezeichnet sich das Schmidt Z&Ko. Die Kombination aus Restaurant und Weinbar ist vielleicht nicht ganz so hip wie manch andere Adresse in Berlin, dafür aber durchdacht und hervorragend umgesetzt von Carsten Schmid (Weinladen Schmid) sowie den beiden Köchen Ralf Zacherl und Mario Kotaska. Man wird glücklich bei der gelungenen und unaufgeregten Kombination von Wein und Speisen. Und das ist schließlich die Hauptsache. > Schmidt Z&Ko, Berlin > https://www.schmidt-z-ko.de

 

Was wäre die Berliner Weinszene ohne das Ottorink? Sie wäre definitiv um ein Highlight ärmer. Auch beim Ottorink kann man längst von einer Institution sprechen. Die Bar in Kreuzberg bietet unkonventionellen Weingenuss und Bistro-Küche. Dazu gibt es Highlights wie das Restetrinken. Das findet sonntags ab 17 h statt und umfasst alle in der Woche geöffneten Flaschen. > Ottorink, Berlin > https://www.ottorink.de

 

Ebenfalls zur Abteilung Institution oder Kult gehört das Weinstein am Prenzlauer Berg. Dort, in einer der ersten Weinbars des Ostens, gegründet vom leider unlängst verstorbenen Roy Metzdorf, findet man immer wieder interessante Neuentdeckungen, von denen man möglicherweise selbst noch nicht gehört hat. Ebenso geben sich hier bekannte Weinmacher ein Stelldichein und laden zu unvergesslichen Weinabenden.  > Weinstein, Berlin > www.weinstein.eu

 

Jürgen Hammer und Manuela Sporbert gehören ganz sicher zur Avantgarde der Berliner Weinszene. Eingerichtet haben sie sich vor mehr als zehn Jahren in einer ehemaligen Fleischerei. In Hammers Weinkostbar verbinden sie große Weinkompetenz – Jürgen Hammer leitet die IHK Wein- und Sommelierschule Berlins – mit der Liebe zu gutem Käse und einer typischen Kiez-Atmosphäre. Wer hier mehr erfahren will, kann an einem der zahlreichen Seminare der beiden teilnehmen. > Hammers Weinkostbar, Berlin > https://www.hammers-wein.de

 

Wenn es überhaupt noch so etwas wie einen Geheimtipp unter den Berliner Weinbars geben sollte, dann ist es sicherlich Briefmarken WeineGrandi Vini  Piccola Cucina. Spezialisiert auf die unterschiedlichsten Stile italienischer Weine, gilt der Ort als das schönste Wohnzimmer in der Karl-Marx-Allee.  > Briefmarken Weine, Berlin > www.briefmarkenweine.de