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James Suckling Robert Parker Tesdorpf

Fattoria La Massa

Manchmal genügt ein überwältigender Duft oder Geschmack, um ein ganzes Leben zu verändern. So erging es Marcel Proust, als der den berühmten Roman »Auf der Suche nach der verlorenen Zeit« begann. So erging es auch dem heutigen Ausnahmewinzer Giampaolo Motta, als er einen Schluck Wein des Magiers Angelo Gaja auf dem Gaumen hatte. Um den ursprünglich aus Neapel stammenden Motta war es geschehen, er tauschte seinen Job gegen das Winzerleben und gründete 1992 das Weingut La Massa. Für den eingefleischten Bordeaux-Fan gab es hierbei nur ein – allerdings sehr hoch gestecktes – Ziel: hochklassige Weine auf dem Level der »Super-Tuscans« zu erzeugen. Ausgesucht hat er sich hierfür einen kleinen Flecken im »Conca d´Oro«, dem Goldbecken, wie die Toskaner die Weinberge bei Panzano nennen. Für sie ist es ein ganz besonderer, ja, magischer Ort, nicht nur wegen des herausragenden Terroirs. Die Weinberge bilden hier ein Halbrund, eine Art Amphitheater, in dem sich die Tageswärme regelrecht staut. Spät ausreifende Sorten wie der Sangiovese oder der Cabernet Sauvignon profitieren hiervon ganz besonders, denn sie gelangen so zur vollen Reife, entwickeln ein samtiges Tanningerüst und einen eleganten, kraftvollen Geschmack. Als Ferrari-Fan ist Giampaolo Motta normalerweise zwar mit Geschwindigkeit bestens vertraut, bei der Arbeit in Weinberg und Keller geht er aber genau entgegengesetzt vor. Große Weine brauchen Ruhe und Zeit und die bekommen Mottas Weine hier auch. Die Bezeichnung Chianti sucht man übrigens auf seinen Flaschen vergebens, ebenso den »Gallo Nero« des Consortiums. Er vertraut auf eine kunstvolle Assemblage des einheimischen Sangiovese mit Cabernet Sauvignon, Merlot und Alicante Bouschet. Das macht seine Weine ausdrucksstark, einzigartig und unvergleichlich!