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Weingeschenke - und warum sie wichtig sind

Bei Tante Frieda zum Geburtstagsessen

Veröffentlicht am 22. August 2018

Wir alle haben eine Tante Frieda. Bei Ihnen heißt sie vielleicht Hannelore oder Else – aber auch Sie haben definitiv diese Verwandtschaft älteren Semesters, die man selten sieht, wo man aber mindestens einmal im Jahr freundlich eingeladen wird. Und man nimmt diese Termine gut gelaunt wahr, denn die Zeit bleibt nicht stehen (außer im Wohnzimmer von Tante Frieda) und irgendwie ist es ja doch immer wieder nett da. Meine Tante Frieda ist eigentlich gar nicht meine Tante, sondern auf drei Umwegen mit meiner Oma verwandt. Aber seit ich denken kann nenne ich alle fernen Verwandten „Tante“, das macht es ein bisschen einfacher und scheint allen zu schmeicheln. Tante Frieda wohnt in der Nähe von Neustadt am Rübenberge, hat gefühlt schon die Französische Revolution erlebt und trinkt gern Wein. Also schenken alle ihr seit jeher zum Wiegenfeste gern Wein, der oft auch direkt in die Runde hinein getrunken wird.

Haaaaartmut dass du so lieb an mich gedacht hast!“ Mein Onkel Hartmut ist eigentlich gar nicht mein Onkel, wie Sie sich denken können. Hinter seinem hessischen Schnurrbart lächelt er verschmitzt, als er Tante Frieda die üblichen drei Flaschen pelzigen, lieblichen Rotwein aus Mazedonien überreicht. Für Rotwein zum Essen ist es Tante Frieda heute zu warm, ich vermute, dass ich deshalb um diesen Tropfen herumkomme. „Sooo ihr Lieben, jetzt haben wir aber erstmal einen kleinen Aperitif, Klaus machst du mal den Prosetschio auf?“ Der ist auch lieblich, ein Geschenk von Tante Anna und lauwarm, weil er in der Sonne auf der Fensterbank stand. Nachdem Onkel Klaus (Sie ahnen…) den Korken mit einem Riesenknall endgültig in der Deckenverschalung versenkt hat, tupft er sich mit einem Handtuch den über seine Hose ergossenen Schaumwein ab und schenkt den Rest liebevoll in die bereitgestellten Gläser. Stößchen! „Nachher gibt es noch ne Lüttje Lage, ihr seid hier ja nicht zum Vergnüüügen!“ Googeln Sie das mal. Und nehmen Sie sich bloß vor, das immer lächelnd abzulehnen.

Zum Essen servieren die Enkel und Urenkel lieblichen Riesling, eine Spätlese mit einem lachenden Mönch auf dem Etikett. Onkel Horst und Tante Gretel haben davon eine ganze Kiste mitgebracht, der Wein ist erstaunlich kalt. Mein Hotelzimmer ist fußläufig erreichbar, ich glaube das war eine gute Idee. Mein Papa (der tatsächlich mein Papa ist, das habe ich überprüft) bringt traditionell immer einen „zur Verdauung“ mit, meistens was mit Kräutern, und wenn Opa Neustadt danach nicht sein Schifferklavier rausholt dann ist irgend etwas völlig falsch gelaufen. Die Verwandten. Diese Feiern sind seit 30 Jahren gleich, aber irgendwie ist das schön. Und Sie werden sich niemals ändern, denn jede Generation hat ihre Macken und Marotten. Das kennen Sie doch sicher auch. Aber alle haben sich auf ihre Art Gedanken gemacht und Tante Frieda die jährlich übliche, ehrliche Freude bereitet. Ach… was ich mitgebracht habe? Eine Holzkiste mit dem Champagne Ruinart Duo. Weil meine Tante Frieda es mir wert ist und ich glaube, dass die Farbgestaltung ihr gefällt.

Wein- oder generell Alkoholgeschenke haben etwas Besonderes, finde ich. Sie sind vielfältig und machen generell gute Laune. Ein Grappa Riserva in einer schwarzen Holzschatulle? Oder das „Französische Trio“ mit zwei Flaschen Wein und einer Crêpespfanne? Stöbern Sie doch selbst einmal. Ich bin mir sicher, dass auch Ihre Verwandtschaft begeistert sein wird, denn Sie haben sich Gedanken gemacht und einen besonderen Moment geschaffen. Schenken macht ja auch Spaß!
Der Abend bei Tante Frieda geht noch sehr lange. Ich weiß gerade nicht einmal, wie sie mit Nachnamen heißt. Aber ich hoffe, wir sehen uns noch viele Jahre lang hier alle zusammen wieder!