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trocken
Syrah

Syrah

Die französische Rebsorte hat weltweit viele Namen, wovon Shiraz  wohl der bekannteste ist. Die Rebe liebt die Wärme und bringt tiefdunkle, tanninreiche Rotweine mit intensiven und vielfältigen Aromen wie schwarzer Pfeffer, Pflaume und Schokolade.
 

Syrah

In den letzten 20 Jahren hat der Syrah entweder reinsortig oder als Sparringspartner mit Grenache und Mourvèdre eine enorme Popularität erfahren. Die besten reinsortigen Syrah stammen heute von der Nordrhône und aus Südaustralien.

Syrah, ein Beifang der Kreuzritter?

Lange Zeit ist man davon ausgegangen, dass die Sorte Syrah aus dem Nahen oder Mittleren Osten stammt. Heute allerdings weiß man es dank DNA-Analysen aus dem Jahr 1998 besser. Demnach ist der Syrah aus einer natürlichen Kreuzung der Sorten Mondeuse Blanche und Dureza entstanden. Mondeuse stammt aus den Savoyen, Dureza von der Ardèche. So ist der Syrah also dort entstanden, wo er seine erste frühe Blüte erlebte und bis heute einige der besten Weine der Welt hervorbringt: unweit der Rhône. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte man es für möglich gehalten und war lange fest davon ausgegangen, dass er entweder aus dem heutigen Syrien stammt, wo es schon vor 2.000 Jahren eine Sorte namens Syriaca gegeben haben soll, oder aus Persien, wo die Stadt Chiraz bzw. Shiraz Namenspate gewesen wäre. Der Legende nach habe der Kreuzritter Chevalier de Stérimberg die Sorte nach Tain l’Hermitage an die Nordrhône gebracht, wo sie dann auch angebaut wurde.

Heimat an der Nord-Rhône

Tain mit seinem Hermitage-Hügel ist bis heute eine der besten und berühmtesten Appellationen für den Syrah, der dort 1781 von Barthélemy Faujas de Saint-Fond erwähnt wurde. Dabei unterschied der interessanterweise die Sorte Syrah von der eng verwandten Sorte Sérine. In den letzten 100 Jahren hat man das nicht mehr gemacht, geht heute aber wieder dazu über: „Sira de l’Hermitage ist ein sehr angenehmer, generöser, appetitlicher und alterungswürdiger Wein. Es wird ein wenig weißer Wein mit vergoren. So wird es in Tain gemacht. Sérine und Viognier von der Côte Rôtie sind ebenfalls sehr gute Sorten.“ In alten Weinbergen der Côte Rôtie, der zweiten weltberühmten Syrah-Appellation der Nordrhône, findet man bis heute noch Sérine-Stöcke, auch wenn sich der Syrah weitgehend durchgesetzt hat. Manche Winzer aber bauen wieder zunehmend die Sérine an.

Syrah TOP 5 weltweit

  • Frankreich ca. 63.000 Hektar
  • Australien ca. 41.000 Hektar
  • Spanien ca. 20.200 Hektar
  • Argentinien ca. 12.000 Hektar
  • Südafrika ca. 10.000 Hektar

Von der Rhône in die Welt

An den von Granit geprägten Schweizer Ufern der Rhône und der Nordrhône mit den Appellationen Hermitage, Crozes-Hermitage, St. Joseph und Cornas ist es üblich, den Syrah reinsortig zu vergären. An der Côte Rôtie wird bis heute noch ein wenig Viognier mitvergoren. Von der Südrhône bis ins Roussillon findet man die Sorte fast ausschließlich in Cuvées. Meist sind Grenache und Mourvèdre die Partner. In Appellationen wie Châteauneuf-du-Pape, den Côtes du Rhône und den Côtes du Rhône Villages und einigen Regionen im Languedoc oder in der Provence können es aber auch noch weitere Sorten wie Cinsault oder Carignan sein. Die Kombination Grenache, Syrah, Mourvèdre ist dabei so erfolgreich, dass sie in vielen Gegenden der Welt wie in den USA, in Südafrika oder Australien erzeugt und oft als GSM abgekürzt wird.

Australien ist die zweite Heimat des Syrah. Dort wie auch anderswo in Übersee wird sie meist Shiraz genannt. Doch immer mehr australische Winzer gehen dazu über, ihre Etiketten mit dem Namen Syrah zu versehen. Damit wollen sie verdeutlichen, dass sie den Syrah eher schlank und frisch ausbauen und nicht so dunkel und konzentriert, wie es in Australien in vielen Landesteilen üblich ist. Der Syrah war bereits im 19. Jahrhundert die wichtigste rote Rebsorte in Down Under und ist es auch heute noch. Man findet übrigens im Barossa Valley und im McLaren Vale die ältesten Syrah-Rebstöcke weltweit. Sie stammen teils noch aus den 1830er Jahren.

Heute eine der beliebtesten Sorten weltweit

Im internationalen Rebsorten-Ranking hat sich der Syrah innerhalb der letzten 16 Jahren von Platz 36 auf Platz 7 hochgearbeitet. Rund 180.000 Hektar stehen weltweit unter Reben. Doch was macht die Sorte so attraktiv? Ihr Verhalten im Weinberg kann es eigentlich nicht sein; denn dort gilt die Sorte als eher schwierig. Im Frühjahr neigt sie stark zur Verrieselung, ist anfällig für Milben, Botrytis und die Syrah-Krankheit, bei der die Stämme recht schnell absterben können. Hinzu kommt der starke Wuchs, der begrenzt werden muss. Während der Reife hat man zudem nur wenige optimale Tage, in denen die Kerne reif werden und die Beeren sich in Balance befinden, bevor der Zuckergehalt und damit der Alkohol sprunghaft ansteigt. Wenn man den Syrah jedoch am richtigen Standort anbaut und ihn pflegt, können fantastisch, sehr eigenständige und komplexe Weine entstehen. Der Syrah besitzt viel Farbe und viel Gerbstoff. Er kann extrem konzentriert sein, aber auch frisch und floral mit viel saftiger Frucht. Aromatisch reicht die Palette von Veilchen über Cassis, Brombeeren, Blaubeeren und Pflaumen bis hin zu Unterholz, Erde, Moos, abgehangenem Fleisch, Leder, dunkler Schokolade, zerstoßenem Gestein und Pfeffer. Den reinsortigen Weinen sollte man viel Zeit zur Reife geben. Dann allerdings geben sie einem auch viele Jahre oder Jahrzehnte des Genusses.