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Standard Flasche (0,75l) Magnum (1,5l)
Australien

Wein aus Australien

In Australien wächst der Wein auf rund 175.000 Hektar. Dort wird Masse ebenso erzeugt wie Klasse. Vom „Yellow Tail“ bis zum „Grange“ ist alles vorhanden und das teilweise von einigen der ältesten, 1840 gepflanzten Rebstöcke der Welt
 
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Wenn man sich mit dem australischen Weinbau beschäftigt, denkt man, je nachdem aus welcher Richtung man kommt, entweder an die Massen- und Supermarktweine oder an die wirklich teuren Weine wie den „Grange“ von Penfolds. Als nächstes kommt einem wahrscheinlich der Syrah in den Sinn, derin Australien Shiraz heißt und ebenfalls für einen kraftvollen Weinstil steht. Und dann sind da noch Herkünfte wie das Barossa Valley, das McLaren Vale oder die Adelaide Hills - Gebiete, in denen seit fast 200 Jahren Wein angebaut wird.

Vom Tonikum über aufgespritete Weine zum Bluechip

Als James Cook 1770 die Ostküste des Kontinents für das Vereinigte Britische Königreich in Besitz nahm, war noch nicht abzusehen, dass sich Australien zu
einem der bedeutendsten Weinbauländer der Welt entwickeln würde. Dass dort seit Jahrtausenden nomadisierende Völker lebten, interessierte die Siedler nicht. Sie waren ihnen technisch weit überlegen und diskriminierten sie fortan. Für die Briten waren nicht die Menschen, die sie pauschal als Aborigines bezeichneten, die eigentliche Herausforderung. Vielmehr waren es das Klima und die unzähligen giftigen Tiere, an die man sich anpassen musste.
Zunächst war Australien eine Strafkolonie. Erst nach und nach folgten Siedler, denen Australien trotz aller Widrigkeiten verheißungsvoller erschien als die Heimat, die sie verlassen wollten. Es waren Engländer, Schotten, Iren und nicht zuletzt eine große Zahl von Siedlern aus deutschen Kleinstaaten, aus Preußen und vor
allem aus Schlesien.
Zu den Siedlern gehörten der Arzt Christopher Rawson Penfold, Thomas Hardy und John Reynell, der Preuße Peter Lehmann oder die
Schlesier Joseph Ernst Seppelt und Johann Christian Henschke. Einer der wichtigsten Wegbereiter des australischen Weinbaus war jedoch James Busby, der 1824 eine Landzuteilung über 800 Hektar entlang des Hunter River erhielt, die er mit Weinreben bepflanzte. Er studierte dabei Techniken, die er in seinem 1830 erschienenen Buch „A Manual of Plain Directions for Planting and Cultivating Vineyards and for Making Wine in New South Wales“ geschrieben hatte. Im Jahr 1831 bereiste Busby Europa und sammelte über 600 Rebsorten vom ganzen Kontinent, die er nach Sydney zurückschickte. Viele dieser Reben wurden zunächst in New South Wales angebaut und später wurden Massenselektionen im ganzen Land genutzt. Bei Penfold diente der Wein zunächst als Stärkungsmittel. Andere nutzten die Reben zur Herstellung von Portwein oder Destillaten. Zunächst setzten sich die Portweinstile, vor allem der Tawny, bei der Bevölkerung durch, die nicht als wählerisch galt, bis ab den 1940er Jahren der Tafelwein wieder an Bedeutung gewann.

Die Ära des Max Schubert

Dass Australien zu einer auch international ernst zu nehmenden Weinbaunation geworden ist, daran hat der ebenfalls deutschstämmige Max Schubert einen
großen Anteil. Schubert kam schon als Jugendlicher zu Penfolds, einem der führenden Weinunternehmen Australiens. Nach seiner Ausbildung hatte er die Möglichkeit, seine Studien in Frankreich in den Kellern von Bordeaux fortzusetzen, Rebsorten und auch den Rebschnitt zu studieren. Die Nordrhôn mit dem Syrah, den es in Australien bereits als Shiraz gab, hatte es ihm besonders angetan.
Zurück in Australien experimentierte er mit neuen Weinstilen und entwickelte 1951 einen Multiregional-Blend aus Shiraz mit der Fassnummer Bin 95, den er „Grange Hermitage“ nannte - als Hommage an den Weinberg Hermitage an der Rhône. Doch die Verantwortlichen bei Penfolds waren an diesem Wein nicht interessiert und lehnten die Idee ab. Nicht so Max Schubert, der jedes Jahr heimlich einen neuen Jahrgang abfüllte. Der Jahrgang 1955 wurde erstmals 1962 bei internationalen Wettbewerben vorgestellt und gewann über 50 Goldmedaillen. Der Wein wurde zur Ikone der australischen Weinwelt.

Australien hieß lange Zeit: konzentriert, mächtig, tief und dunkel

Im Laufe der Zeit hat sich in Australien ein Weinstil durchgesetzt, den man als konzentriert und kraftvoll bezeichnen kann. Die Weine wurden gerne als „Blockbuster“ bezeichnet. Sie strotzen vor Frucht und Holz. Das hat natürlich auch viel mit dem Klima zu tun, das in weiten Teilen des Landes einen reifen Stil begünstigt. Neben solchen tiefgründigen Shiraz, Cabernet Sauvignons und Rhône-Mischungen aus Shiraz, Grenache und Mataro (Syrah, Grenache und Mourvèdre) wurden auch konzentrierte, buttrige Chardonnays populär.
Diese Weine erfreuten sich bis in die 2000er Jahre im In- und Ausland großer Beliebtheit. Der Erfolg wurde durch die Vorliebe und die oft hohen Bewertungen der Kritikerlegende Robert M. Parker jun. noch verstärkt. Solche Weine entstanden und entstehen vor allem im Barossa Valley, in Coonawarra und im McLaren Vale. Die Basis für diese Weine sind oft uralte Rebstöcke, die zum Teil in den Anfängen des Weinbaus in den 1840er Jahren gepflanzt wurden und den besten Weinen der Region neben Fülle auch eine kühle, vibrierende Mineralität verleihen.

Finesse mehr und mehr gefragt

Ab den 1970er Jahren entwickelte sich aber auch eine andere Seite des australischen Weinbaus. Die Winzerinnen und Winzer suchten nach einem feineren, eleganteren Stil für ihre Weine. Dafür nutzten sie Anbaugebiete, die kühler waren oder wo zumindest das nahe Meer für nächtliche Abkühlung sorgte. Zu diesen Anbaugebieten gehört Tasmanien, das direkt von den antarktischen Winden beeinflusst wird. Dazu gehören die Anbaugebiete rund um Melbourne wie die Mornington Peninsula oder das Yara Valley, die Adelaide Hills oder Margaret River, das an der Nahtstelle zwischen Pazifischem und
Indischem Ozean liegt.
Hier findet man elegante Cabernets und Pinot, Chardonnay und in Tasmanien und den Adelaide Hills auch hervorragende Schaumweine. Diese Regionen, in
denen heute auch die Naturweinszene aktiv ist, haben seit den 2000er Jahren einen regelrechten Boom erlebt. In dieser Zeit wandte sich nicht nur der internationale, sondern auch der nationale Markt zunehmend von den Blockbuster-Weinen ab. Auch in Sydney, Canberra, Adelaide oder Melbourne passten die Weine nicht mehr zu einer immer leichteren und frischeren Küche, so dass neuseeländische Weine dort irgendwann gefragter waren als
australische. Der australische Weinbau hat sich entsprechend verändert und Appellationen wie Heathcote, Gippsland, Beechworth, Murray Darling, Geelong oder Pyrenees sind populär geworden. Vor 20 Jahren hatte kaum jemand von ihnen gehört. Heute hat Australien eine lebendige, vielfältige Weinszene, in der tiefgründige, konzentrierte Shiraz und zunehmend Weine aus süditalienischen, spanischen und portugiesischen Rebsorten ebenso ihren Platz haben wie frische, finessenreiche Weine aus Burgunder und Bordeaux, Riesling oder Traminer.