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Klassifizierung in Bordeaux

Im Bordelais kursierte seit Mitte des 18. Jahrhunderts eine ganze Reihe von durch Händler erstellte Klassifizierungen der Châteaux des Departments Gironde, die zumeist einfach nach den Marktpreisen der Weine sortiert waren. Mit Blick auf die Pariser Weltausstellung von 1855, mit der Frankreich seine Vorrangstellung auf dem Kontinent demonstrieren wollte, wurde durch eine Kommission eine Liste mit fünf Rangstufen und 57 Weingütern erarbeitet.

Veröffentlicht am 16. Juni 2021

Diese Klassifikation sollte nur eine Momentaufnahme darstellen, aber als zur Londoner Weltausstellung im Jahr 1862 Bordeaux-Weine erneut ausgestellt werden sollten, wurde die gleiche Liste geschickt – und so wurde sie bis heute nahezu unverändert beibehalten. Lediglich Château Cantemerle wurde wenige Monate nach der Pariser Weltausstellung noch ergänzt, und 1973 wurde Château Mouton-Rothschild durch Dekret des damaligen Landwirtschaftsministers Jacques Chirac vom 2ème zum 1er Grand Cru Classé „befördert“.

Initiator der Klassifizierung von 1855 war der Präsident der Handelskammer von Bordeaux. So erklärt sich, dass ausschließlich Weine vom linken Ufer, das heißt die Rotweine aus dem Médoc sowie – wegen der historischen Bedeutung – Château Haut-Brion aus den Graves zusammen mit den Süßweinen aus Sauternes und Barsac aufgenommen wurden. Die Weingüter des rechten Ufers wie Pomerol und SaintÉmilion gehörten dagegen der Handelskammer von Libourne an und wurden nicht von Maklern aus Bordeaux vermarktet. Entsprechend kam es erst 1954 zur ersten Klassifizierung von Saint-Émilion. Diese wird aber, anders als die des Médoc, in bestimmten Abständen erneuert, zuletzt 2012, und orientiert sich auch an der Lagenqualität. In den Graves gab es 1953/1959 lediglich eine einstufige Klassifikation, die nach Rot- und Weißweinen unterscheidet, dabei liegen alle klassifizierten Châteaux in der Appellation Pessac-Léognan. Die Weine aus Pomerol sind bis heute unklassifiziert geblieben. Auch die nicht zu den Grands Crus Classés zählenden sogenannten Crus Bourgeois des Médoc haben wiederholt Klassifikationen ausgearbeitet, die aktuell gültige stammt von 2020. Schließlich können kleine Güter aus dem Médoc die Auszeichnung Cru Artisan erhalten.

Die Bordeaux-Klassifikation von 1855 ist bis heute häufig angegriffen worden, und es sind unzählige Versuche gemacht worden, ihr eine aktualisierte Fassung an die Seite zu stellen. Am schwersten wiegen die Vorwürfe, dass Weine von 1855 mit denen von heute schon von der Rebzusammensetzung nicht zu vergleichen seien und dass auch der Weinbergbesitz der Güter von damals nicht mehr dem heutigen entspreche, von der wechselhaften Geschichte der Güter selbst und ihren Besitzern gar nicht zu reden. Doch das Modell der Klassifizierung einer Region nach Gütern war nach 1855 einfach in der Welt. Es war hierarchisch und leicht verständlich – und damit ideal für den Handel. Allerdings zeigt die Diskussion um die Klassifikation ebenfalls, dass diese auch heute noch relevant ist. So hat ein Statistiker nachweisen können, dass die Weinbeurteilungen des Weinjournalisten Robert Parker die Klassifikation von 1855 eher bestätigen als verwerfen. Etwas muss an der Liste von 1855 eben doch dran gewesen sein.

Grands Crus Classés du Médoc

Premier Cru
Deuxième Cru
Troisième Cru
Quatrième Cru
Cinquième Cru
Anmerkung: Zu diesen wird mit Château Haut-Brion ein Weingut aus den Graves gezählt

Grands Crus Classés du Sauternes

Premier Cru Supérieur
Premier Cru Classé
Deuxième Cru Classé
Anmerkung: Die Weine aus Barsac dürfen auch die Appellation Sauternes tragen

Crus Classés de Graves

Cru Classé
Anmerkung: Die Klassifizierung gilt für Weiß- und Rotweine separat

Grands Crus Classés de Saint-Émilion

Premier Grand Cru Classé (A)
Premier Grand Cru Classé (B)
Grand Cru Classé
Anmerkung: Saint-Émilion Grand Cru ist eine Appellation und keine Klassifizierung

Crus Bourgeois du Médoc

Cru Bourgeois
Cru Bourgeois Supérieure
Cru Bourgeois Exceptionnel
Cru Artisan du Médoc