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Sauvignon Blanc

Sauvignon Blanc

Sauvignon Blanc gehört zu den erfolgreichsten Rebsorten. Er hat sich von 2000 bis 2016 im Anbau fast verdoppelt und sich nach Chardonnay als zweitwichtigste weiße Rebsorte etabliert. Den Erfolg verdankt die Sorte ihrer Frische und der duftigen Aromatik.
 
Im Fokus:

Von Frankreich aus in die Welt

Auch wenn die Loire mit Sancerre und Pouilly-Fumé, die Südsteiermark und Marlborough in Neuseeland heute die großen Hot-Spots des Sauvignon Blanc sind, ging man lange davon aus, dass diese Rebsorte ihren Ursprung in der Umgebung von Bordeaux hatte. Dort wurde der Sauvignon Blanc bereits im Jahr 1720 in Margaux erwähnt, zum ersten Mal, meinte man. Dabei hatte man übersehen, dass sie vom französischen Nationaldichter François Rabelais bereits 1534 in seinen Roman Gargantua Eingang gefunden hatte. Und der spielt an der Loire. Tatsächlich ist der Sauvignon Blanc dort neben dem Chenin Blanc und dem Muscadet auch die wichtigste weiße Sorte. Im Gegensatz zu Bordeaux, wo der Sauvignon Blanc immer eine Cuvée mit Sémillon und manchmal auch mit Muscadelle bildet, ist es für die Loire typisch, dass er dort reinsortig ausgebaut wird. Für die Herkunft von der Loire spricht auch eines der beiden Elternteile des Sauvignon Blanc (und des Chenin Blanc). Es ist der Savagnin (Traminer) aus dem Jura. Savagnin findet sich auch an der Loire, aber so gut wie gar nicht in Bordeaux. Auch spricht für die Loire, dass der Sauvignon Blanc schon lange in Südwestfrankreich vorkommt; denn zusammen mit dem Cabernet Franc hat er dort den Cabernet Sauvignon erzeugt. Der Erfolg, den der Sauvignon Blanc reinsortig als Sancerre oder Pouilly Fumé an der Loire heute hat, ist allerdings noch nicht so alt. Die beiden Appellationen haben sich erst ab den 1950er Jahren durchgesetzt. Seit den 1980er Jahren hat sich der Sauvignon Blanc dann als eine der wichtigsten Sorten in der österreichischen Südsteiermark und in Südtirol (Alto Adige) etabliert. Der internationale Durchbruch erfolgte ab den 1990er Jahren im neuseeländischen Marlborough.

Sauvignon Blanc kommt mit jedem Klima klar

Den weltweiten Aufstieg hat der Sauvignon Blanc nicht zuletzt seiner Genügsamkeit in Klimafragen zu verdanken. Im Gegensatz etwa zum Chardonnay funktioniert er auch in warmen Gegenden als frische und fruchtige Sorte hervorragend und ändert sein Aromenprofil hin zu einer gewissen Exotik. Doch nicht nur das Klima, sondern auch Eingriffe im Weinberg und im Keller wirken sich stark auf den späteren Charakter des Weines aus. Die Sorte ist extrem wuchskräftig und muss im Weinberg gezähmt werden. Je nach Ausrichtung der Laubwände und dem Zeitpunkt der Lese wird dann eine aromatische Eigenschaft besonders hervorgehoben: die Menge an Methoxypyrazin.

Sauvignon Blanc hat besonders viele grüne Noten

Sauvignon Blanc verfügt über hohe Anteile von Methoxypyrazin, meist kurz Pyrazin genannt. Diese grüne Note findet sich in grünem Paprika, in Gras, Brennnesseln und Erbsen. Wird der Duft zu stark, erinnert er an pipi du chat, also an Katzenpisse. Zeigt er sich dezent, verbindet er sich bei Sauvignon Blanc aus kühlen Gegenden mit Noten von Cassis, Limetten, Stachelbeeren und Grapefruit. In Marlbourough ist von dem Weingut Cloudy Bay in den 1990er Jahren eine neue Stilistik weltberühmt geworden. Dort entstand damals ein Sauvignon Blanc mit Noten von Maracuja, Kiwi, Guave und frisch gemähtem Gras. Weil diese Stilistik so gut ankam, ist Neuseeland zu einem erfolgreichen Weinland und einem international player geworden. Aber auch in Deutschland, wo beispielsweise Markus Schneider mit seinem Katui bekannt geworden ist, der sich schon mit seinem Namen (aus der Maori-Sprache) auf die neuseeländische Stilistik bezieht, erlebt die Sorte immer größere Erfolge.

Viele mögliche Stile

Typisch für klassischen Sauvignon Blanc ist der Ausbau im Edelstahl, wo die benannten Aromen ungeschminkt auf eine frische Säurestruktur treffen. Mit dem Ausbau im Holz auf der Hefe wird die Sorte deutlich komplexer wie auch feiner und kann auch gerne mal für zehn Jahre im Keller reifen. Es verändern sich vor allem die Textur und die Struktur des Weines hin zu Seidigkeit. Beim Ausbau auf den Schalen (Orange-Wein) oder in der Amphore zeigt der Sauvignon Blanc noch einmal eine ganz andere Seite, bei der neben einer völlig veränderten Säurestruktur auch Noten von Hopfen sowie von mehr Kern- und Steinobst hinzukommen. Am Neusiedler See in Österreich wird der Sauvignon Blanc teils reinsortig als edelsüßer Wein ausgebaut. In Anbaugebieten wie Barsac und Sauternes bei Bordeaux entstehen einige der begehrtesten Süßweine der Welt. Weine wie der Château d’Yquem sind dabei immer eine Cuvée aus Sauvignon Blanc und Sémillon und können in den besten Fällen mehr als 100 Jahre reifen.

Bekannteste Sauvignon Blanc Regionen: 

100 Namen für eine Sorte

Typisch für alte Rebsorten ist, dass sie in unterschiedlichen Regionen eigene Namen erhalten. Der Name Sauvignon Blanc hat sich zwar weltweit durchgesetzt, doch in Sancerre und Pouilly-sur-Loire verwenden ältere Winzer bis heute gerne die alteingesessenen Namen Blanc Fumé oder Fumé Blanc, was auf das leichte Feuersteinaroma verweist, das der Wein dort bekommen kann, wenn die Reben im Silex (Quarzit) wurzeln. In einigen Regionen an der Loire und in Kalifornien wird die Sorte noch als Fiers bezeichnet. In Deutschland, Österreich und Slowenien hieß sie lange Zeit Muskat-Silvaner und an der Loire wie auch in Kalifornien Sauvignon Musqué. Seltene Varianten des Sauvignon Blanc sind der Sauvignon Gris, der grauere Schalen besitzt und als Wein, wenn er Schalenkontakt bei der Vergärung bekommt, in der Farbe manchmal einem Rosé ähnelt. Dazu gibt es den seltenen Sauvignon Rouge. Aufgrund des markanten Aromas wird die Sorte zu den sogenannten Bouquet-Rebsorten gezählt.