Once tasted, never forgotten.
Penfolds Grange - Max Schuberts "verbotener Wein"
Der Penfolds Grange entstand aus einem ungewöhnlichen Experiment: Kellermeister Max Schubert wollte Anfang der 1950er Jahre zeigen, dass ein australischer Shiraz das Reifepotenzial großer Bordeaux-Weine erreichen kann. Nach einer prägenden Reise nach Bordeaux begann er, an einem eigenen Stil zu arbeiten – kraftvoll, langlebig und konsequent auf Flaschenreife angelegt.
1951 vinifizierte Schubert den ersten Jahrgang „Grange Hermitage“ – zunächst als internes Experiment. Als das Management 1957 von dem Projekt erfuhr, fiel das Urteil hart aus. Schuberts Werk wurde als «trockener Portwein» abgetan, die Produktion offiziell gestoppt. Schubert fügte sich – zumindest nach außen. In den Kellern von Magill setzte er die Arbeit heimlich fort und lagerte die Jahrgänge 1957, 1958 und 1959 abseits der offiziellen Produktion ein. Diese „hidden Granges“ zählen heute zu den seltensten Flaschen der australischen Weinauktionen.
1960 wendete sich das Blatt. Die Geschäftsführung verkostete gereifte Flaschen früher Jahrgänge – und erkannte das außergewöhnliche Reifepotenzial des Weins. Die Produktion wurde wieder aufgenommen. Dass Schubert sie zwischenzeitlich im Stillen weitergeführt hatte, wurde erst später öffentlich bekannt.
Australiens First Growth
Als einziger Wein des Kontinents steht der Grange auf der Heritage-Liste des National Trust – ein flüssiges Kulturerbe. Er führt unangefochten die Langton's Classification an, Australiens Äquivalent zur Bordeaux-Klassifikation. 1995 kürte der Wine Spectator den Jahrgang 1990 zum «Wein des Jahres». Historische Flaschen erzielen auf Auktionen Preise jenseits von 50.000 Australischen Dollar.
Der Stil des Grange entsteht bewusst aus der Verbindung mehrerer Regionen. Penfolds komponiert ihn aus Shiraz-Parzellen unter anderem aus dem Barossa Valley, McLaren Vale und Clare Valley – ein Ansatz, der stärker auf den konstanten Hausstil als auf eine einzelne Lage setzt. Chief Winemaker Peter Gago führt diese Tradition fort. Nach rund 18 Monaten Ausbau in neuen amerikanischen Eichenfässern entsteht ein Shiraz mit charakteristischen Aromen dunkler Frucht, Lakritz und würziger Eiche.
Zwei Jahrgänge. Zwei Charaktere.
Wir haben uns bewusst entschieden, den 2018er und den 2021er gemeinsam anzubieten – weil diese beiden Flaschen unterschiedliche Interpretationen des Grange-Stils zeigen. 2018 steht für einen besonders kraftvollen, konzentrierten Ausdruck. Der jetzt in den Verkauf gekommene 2021 präsentiert sich präziser und strukturell feiner. Beide tragen die unverwechselbare Handschrift des Hauses und besitzen ein langes Reifepotenzial.
Der 2018er erhielt 100 Punkte von James Suckling und 100 Punkte vom Wine Advocate. Der 2021er 99 Punkte von Decanter. Dass wir Ihnen beide Jahrgänge gleichzeitig anbieten können, ist keine Selbstverständlichkeit.