Emilia-Romagna
Die Emilia-Romagna, mit der Hauptstadt Bologna im Norden Italiens gelegen, erstreckt sich von der Adriaküste im Osten bis zum Mittelgebirge des Apennin im Westen. Im Norden wird die Region vom Po begrenzt, während auch im Süden derApennin die Grenze zu Ligurien und der Toskana bilden. Geografisch und historisch gliedert sich die Emilia-Romagna in zwei Teile: Emilia und Romagna. Der Westen, die Emilia, war einst in die Herzogtümer Parma und Modena unterteilt und ein ständiger Streitpunkt zwischen den Habsburgern und Bourbonen. Der Name der Region leitet sich von der Via Aemilia ab, einer alten Römerstraße, die 187 v. Chr. erbaut wurde, um die Städte Piacenza und Rimini zu verbinden. Die Romagna im Südosten war der letzte Teil des Römischen Reiches auf italienischem Grund und gehörte jahrhundertelang zum Kirchenstaat.
Weinbau und Landwirtschaft
Die Emilia-Romagna ist nicht nur ein Weinbaugebiet, sondern auch eine der fruchtbarsten Regionen Italiens. Besonders die Po-Ebene, die sich im Norden erstreckt, ist für ihre landwirtschaftlichen Erträge bekannt. So entsteht dort auch der Balsamico-Essig aus Modena und der Parmigiano Reggiano aus den Provinzen Reggio Emilia. Rund um Parma gibt es die Aplleation für den Schinken, aber auch die Mortadella oder das Rag`Bolognese stammen aus der Region. Sie verfügt über rund 60.000 Hektar Weinberge, wobei zwei Drittel davon in der großen Ebene liegen. Die besten Weinlagen wiederum befinden sich an den Hängen des Apennin, wo das Klima und die Bodenzusammensetzung ideale Bedingungen für den Weinbau bieten.
Emilia: Heimat des Lambrusco
Der nordwestliche Teil der Region, die Emilia, ist besonders bekannt für ihre Schaumwein, den Frizzante und Spumante, der aus verschiedenen Lambrusco-Rebsorten hergestellt wird und auch so benannt ist. Diese Weine waren lange Zeit als einfache, süffige und Kopfschmerzen bereitende süße Massenweine verschrien, doch dank strengerer DOC-Vorschriften hat sich die Qualität der Lambrusco-Weine deutlich verbessert. Die Rebsorten Lambrusco di Sorbara, Lambrusco Grasparossa di Castelvetro und Lambrusco Salamino di Santa Croce bieten jeweils unterschiedliche Charakteristika, von leicht und fruchtig bis kräftig und tanninhaltig. Diese Weine sind jung zu trinken und passen hervorragend zu den deftigen Spezialitäten der Region.
Romagna: Ein Paradies für Sangiovese
In der Romagna, dem östlichen Teil der Region, dominiert der Sangiovese die Weinproduktion. Der Romagna Sangiovese unterscheidet sich deutlich von seinem toskanischen Pendant. Er zeichnet sich durch ein runderes und fruchtigeres Profil aus, oft begleitet von würzigen Kräuternoten. Diese Charakteristik ist nicht nur dem Terroir der Romagna zu verdanken, sondern auch den unterschiedlichen Klonen des Sangiovese, die hier angebaut werden. Die Romagna gilt als Ursprungsgebiet des Sangiovese, speziell in der Gegend um Predappio. Die Region ist heute in 16 unterschiedliche Sottozone unterteilt, die jeweils ihre eigenen einzigartigen Boden- und Klimabedingungen bieten. Diese Vielfalt hat dazu beigetragen, dass der Romagna Sangiovese sich zunehmend einen festen Platz unter den Spitzenweinen Italiens erobert.
Romagna Albana – Eine einzigartige Spezialität
Der Romagna Sangiovese steht zwar oft im Rampenlicht, doch auch der Albana, eine weiße Rebsorte, verdient Beachtung. Der Romagna Albana ist die prägende weiße Sorte der Romagna und wurde 1987 als erste weiße DOCG Italiens ausgezeichnet. Diese autochthone Rebsorte zeigt eine bemerkenswerte Vielfalt: Sie bietet eine breite Palette von Stilen. Angefangen beim Schaumwein über trockene und halbtrockene Weine bis hin zu süßen Auslesen und Orange-Weinen.
Albana ist seit langem in der Region verwurzelt und wurde bereits 1305 erwähnt. Die Rebsorte ist bekannt für ihren charakteristischen Geschmack, ihre hohe Säure und ihre Anfälligkeit für Botrytis, was sie auch zu einer idealen Kandidatin für Passito-Varianten macht. Der heutige Fokus liegt auf dem Albana Secco, der sowohl als frischer Wein als auch mit längerer Maischestandzeit beeindruckt. Die kräftige Schale der Albana sorgt für Struktur und eine ausgeprägte Salzigkeit, was diese Weine in der Gastronomie besonders vielseitig macht. Die Romagna ist ein Mosaik der Vielfalt, und der Albana trägt wesentlich zu diesem reichen Weinbaukultur bei.



