Biologische und biodynamische Weinerzeugung
Die biologische Landwirtschaft und damit auch der Weinbau sind längst in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen. Bewusst und konsequent betrieben, sorgt ökologischer Weinbau für mehr Leben im Boden, im Weinberg und in der gesamten Umgebung. Biodiversität und der Schutz des Oberbodens zählen zu den zentralen Grundprinzipien.
Bereits in den 1920er Jahren entstand der biodynamische Landbau, geprägt durch die Ideen von Rudolf Steiner. Seit den 1970er Jahren findet diese Arbeitsweise auch im Weinbau Anwendung. Auch wenn nicht alle Ansätze wissenschaftlich eindeutig belegt sind, setzen viele renommierte Weingüter weltweit auf diese Form des Arbeitens und erzielen damit bemerkenswerte Ergebnisse.
Was unterscheidet biologischen Weinbau?
Biologischer Weinbau verfolgt das Ziel, das Ökosystem im Weinberg zu schützen und die natürliche Vielfalt zu erhalten. Dabei bedeutet „bio“ keineswegs Untätigkeit – im Gegenteil: Der Arbeitsaufwand ist oft höher, die Erträge sind geringer und die Eingriffe deutlich bewusster gewählt.
Im Weinberg
- Verzicht auf chemische Mineraldünger, stattdessen organische Düngung wie Kompost oder Mist
- Keine Herbizide, sondern mechanische Bodenbearbeitung
- Natürliche Schädlingsbekämpfung mit Nützlingen und Pheromonen
- Einsatz von Schwefel und Kupfer statt synthetischer Pflanzenschutzmittel
- Stärkung der Reben durch natürliche Präparate
Im Keller
- Gärung überwiegend mit natürlichen Hefen
- Behandlungsmittel natürlichen Ursprungs
- Niedrigere Schwefelwerte
- Kein Einsatz gentechnisch veränderter Stoffe
Biodynamischer Weinbau
Der biodynamische Ansatz geht über den biologischen Weinbau hinaus und bezieht zusätzlich natürliche Kreisläufe und Rhythmen mit ein. Dazu gehören etwa die Orientierung an Mondphasen oder der Einsatz spezieller Präparate. Ziel ist ein möglichst ganzheitliches Verständnis von Weinberg und Natur.
Qualität und Charakter
Die biologische oder biodynamische Arbeitsweise ist ein wichtiger Faktor für die Weinqualität, jedoch nicht der einzige. Lage, Klima, Rebsorte und die handwerkliche Arbeit des Winzers spielen eine ebenso große Rolle. Durch den bewussten Umgang mit natürlichen Prozessen zeigen viele dieser Weine jedoch eine besonders klare Herkunft und eine natürliche Balance.