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Arganöl - Das Beste Öl der Welt?

Was Arganöl so Wertvoll und Besonders macht

Veröffentlicht am 11. April 2018

Als bekennender Oldtimerschrauber habe ich im Alltag viel mit Öl zu tun, das heißt dann meistens 15W40 oder Hypoidöl. Als bekennender Weintrinker gehören natürlich auch andere Öle zu meinem Alltag. Wesentlich genießbarer, wesentlich feiner und manchmal ein bisschen teurer als die Mineralsuppe, die man in den Motor kippt. Neulich haben wir beispielsweise einen Blick auf die Herstellung und Verkostung hochwertigen Olivenöls geworfen. Seit dem steht immer eine kleine Tonflasche mit dem goldenen Nass in meinem Küchenregal und bereichert Salate, Couscous und das frische Weißbrot vor so manchem Essen. Lässt sich das noch steigern? Ja! Und nein, denn ein direkter Vergleich zu diesem Öl heute ist nicht möglich. Aber sie haben bestimmt schon einmal von Arganöl gehört oder gelesen. Haben Sie es auch schon einmal probiert? Nein? Na dann wird es ja Zeit, ich nehme Sie einmal mit in die Küche.

Sterneköche stellen handgepresstes Arganöle auf eine Stufe mit Kaviar und weißen Trüffeln. Es wird aus den leicht gerösteten Mandeln einer der ältesten Baumarten der Welt, dem Arganbaum, gewonnen. Diese Bäume wachsen nur noch in Marokko und machen Arganöl deshalb nicht nur zu einem köstlichen, sondern auch zu einem sehr seltenen und wertvollen Öl.

Die im Sommer schon am Baum getrockneten und herabgefallenen Früchte werden traditionell vom Boden gesammelt, vorsortiert und zur Verarbeitung gebracht. Die harten Kerne werden zwischen zwei Steinen aufgeklopft, und die darin enthaltenen Samenplättchen (die „Mandeln“) angeröstet. In einer Steinmühle werden anschließend die Mandeln zermahlen und unter Zugabe von abgekochtem Wasser zu einem Mandelmus verarbeitet, aus dem das Öl gewonnen wird. Dieser alte, handwerkliche Vorgang ist sehr arbeits- und zeitintensiv. Die Herstellung eines Liters Arganöl dauert etwa zwei Tage, und es werden gut 30 Kilogramm Früchte benötigt (das entspricht der Ernte von vier bis fünf Bäumen). Das erklärt den relativ hohen Preis des Öls, aber keine Sorge – da diese Arbeitskräfte in Marokko in der UCFA organisiert sind und die Produkte selbst vermarkten, bleibt das Geld direkt bei ihnen.



Arganöl erinnert in Farbe und Konsistenz an Olivenöl, hat aber einen ganz anderen Geschmack. Es gleitet leicht nussig und geschmeidig über die Zunge, man möchte gar eine süßliche Note wahrnehmen. Ich reiche das Öl in kleinen Schälchen zum frischen Weizenbaguette mit ein wenig Salz. Einem knackigen Salat gibt es eine bunte, gefällige Note. Und sogar als Öl zum Braten eignet es sich hervorragend, denn der Flammpunkt ist viel höher als bei anderen Ölen. Ein hochwertiger Allrounder der guten Küche, der obendrein auch noch köstlich schmeckt. Und jetzt kann ich es ja zugeben… vorgestern habe ich sogar das Hackfleisch für mein Chili con Carne in Arganöl angebraten, weil mein normales Speiseöl alle war. Und wissen Sie was…? Hihi…. Mir hat mein Chili noch nie so gut geschmeckt. Probieren Sie dieses Gold Marokkos doch einmal aus und berichten Sie uns, wie es Ihnen geschmeckt hat. Ich gehe jetzt gut gestärkt wieder runter in die Garage und mache ölig weiter, aber anders.