Upgraden Sie Ihren Browser für die beste Website-Erfahrung

Es sieht so aus, als ob Sie einen Webbrowser verwenden, der nicht unterstützt wird. Der Internet Explorer wird von Microsoft nicht mehr auf den aktuellen Stand gehalten. Weiterlesen. Vergewissern Sie sich, dass Sie einen dieser unterstützten Browser verwenden, um das volle Erlebnis zu erhalten.

image

Lübeck - Tradition und Wein

Und so kommt zusammen, was zusammen gehört.

Veröffentlicht am 31. Januar 2018

Die Hansestadt in Schleswig-Holstein ist so viel mehr als nur das Holstentor.

Ach – Lübeck.

Wer noch nie da war, denkt zuerst an Marzipan und hat vielleicht schon einmal von dem wunderschönen Weihnachtsmarkt gehört. Ich selbst, als in Plön aufgewachsener Teenager, verbinde mit Lübeck vor allem rasante Touren auf meinem Mofa in die 45 Kilometer entfernte Hansestadt. Dort bekam ich in einem Modellbaugeschäft die nötigen Ersatzteile für mein ferngesteuertes Auto, und in einer Musikalienhandlung neue Notenhefte für die Gitarre. Viel mehr war zur Freizeitgestaltung nicht notwendig. Es waren geschwindigkeitsbeschränkte Tagestouren mit einem recht weiten, aber immerhin motorisierten Horizont. Heute, von Kiel nach Lübeck fahrend, sitze ich in meinem warmen Auto, brauche nur einen Bruchteil der Zeit und parke etwas außerhalb der verwinkelten Fußgängerzonen an der Trave.

Die Altstadt hat sich seit meinen Besuchen in den 80ern nicht verändert und ist 1987 zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt worden. Genaugenommen hat sie sich seit ungefähr 875 Jahren kaum verändert, und das wird in diesem Jahr auch groß gefeiert!

Verändert haben sich die Geschäfte und Läden, die aber immer zu einem entspannten und ausgedehnten Einkaufsbummel in mittelalterlicher Kulisse einladen. Modellbau und Noten werden in „meinen“ alten Geschäften nicht mehr verkauft, vielleicht hat das Internet hier das Zepter übernommen. Die Läden gibt es nicht mehr. Nichts ist für die Ewigkeit…

Aber auf dem Weg durch die schöne Fußgängerzone entdecke ich mit den Augen eines Erwachsenen ganz andere Dinge, die ich als Heranwachsender nicht wahrgenommen habe. Die sieben goldenen Türme ragen über ein verwinkeltes System von lieblichen Gassen, überall duftet es nach Köstlichkeiten und an jeder Ecke sind kleine Läden und Manufakturen. Auf den Plätzen, in den Gebäuden und sogar auf dem allgegenwärtigen Wasser der Trave, der Wakenitz und dem Stadtgraben blüht das Leben, gedeihen Kunst und Kulinarik und klingt der Herzschlag dieser in Backstein erbauten Kulturhauptstadt des Nordens.

Überall sind zur vollen und halben Stunde die Glocken zu hören, und mit den immer voller werdenden Einkaufstaschen lohnt es sich, hier und da einmal einfach nur auf einer Bank zu sitzen, den Leuten zuzuschauen und den Geist dieser Stadt einzuatmen. Wie schön es hier ist. Und überall, auch mitten in der Altstadt, sind Wohnungen über den Geschäften. Hier wird also nicht nur gearbeitet, hier wird auch gelebt. Und das spürt man.

Was sich ebenfalls seit damals verändert hat ist meine Definition von Genuss. War das als Teenager noch Bols Grüne Banane auf Eis mit einer Tüte Chips, ist es heute feiner Rotwein mit einem Stück Schokolade oder einer kleinen Käseplatte. Die Schokolade ohne Marzipan (verfluchen Sie mich, aber ich mag wirklich kein Marzipan…) und den Käse habe ich schon gekauft, der passende Wein dazu fehlt mir noch.