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Das Salz in der Suppe

Einfach nur Würzen kann ja jeder

Veröffentlicht am 06. April 2018

Wenn Sie einem guten Glas Wein zugetan sind, kann ich davon ausgehen, dass Sie das Leben und seine Facetten bewusster genießen als der Durchschnittsbürger. Genuss hat so unfassbar viele Varianten, natürlich ist das nicht nur auf Wein und seine Beilagen beschränkt. Schon ein einfacher Sonnenuntergang kann einen mit Freude erfüllen, wenn man sich die Zeit nimmt, ihn zu genießen. Seine wechselnden Farben und die Wärme in sich aufnehmen und die frischer werdende Abendluft einatmen. Und dann? Vielleicht ein raffiniertes, einfaches Abendessen, alleine oder zu zweit? Auch beim Kochen ist weniger manchmal mehr, aber das Besondere findet man auch hier im Detail. Gemahlenen Pfeffer und raffiniertes Salz aus dem Plastikstreuer vom Discounter? Ja, kann man machen. Muss man aber nicht. Besondere Gewürze geben dem Gericht erst seine Finesse. Und wenn die dann auch noch schön verpackt sind kann so ein Mittwochabend schnell zu einem haptischen und olfaktorischen Erlebnis werden.

Salz ist derzeit hip. Aber Salz ist ja nicht gleich Salz. Es kann tief aus den Salinen unter der Stadt Lüneburg kommen, aus dem Mittelmeer in der Camargue oder dem Salzgebirge im Punjab. Letzteres wird als »Himalayasalz« vertrieben und hat eine schöne, leicht rötliche Färbung, die von Eisenionen und anderen Mineralien kommt. In meinem Fall würze ich die abendliche Pilzpfanne aus frischen braunen Champignons und Steinpilzen kurz vor dem Verzehr mit spanischem Meersalz, handgeschöpft und mit etwas Brandy und weiteren Gewürzen verfeinert. Jedes Salz schmeckt salzig, aber dieses hat noch eine spezielle Note, die ich gar nicht so recht beschreiben kann. Herb lecker, ohne dabei den Charakter des Pilzgerichts zu verfälschen. Allzu blumige Mischungen lassen die eigentliche Speise gern mal in Richtung Obstsalat kippen, aber dieses Salz erschleicht sich eher eine interessante, neue Nuance. Klasse. Nicht zu viel davon, dann wird aus dem nicht raffinierten Gewürz eine raffinierte Speise.

Und lassen Sie uns über Pfeffer sprechen! Ich liebe guten Pfeffer. Ich mag ganz allgemein scharf gewürzte Speisen, und Pfeffer bringt für mich oft eine dezente Schärfe auf ein Essen und unterstreicht die anderen Geschmacksnuancen angenehm. Meine Pilzpfanne erfährt heute neben dem guten Salz noch indonesischen Langpfeffer. Der ist in einem dermaßen schönen Glas, dass ich ihn eigentlich gar nicht benutzen möchte. Hhhmmmmmm. Doch allein das trockene Aroma der noch nicht vermahlenen Pfefferstangen lädt ein zum Experimentieren. Na gut, schenke ich meiner Schwester irgendetwas anderes zum Geburtstag. Den behalte ich selbst. Für eine Mühle sind die kleinen, rund drei Zentimeter langen Pfefferstangen nicht so gut geeignet, aber wenn man sie mit einem Mörser zerstößt bleibt am Ende ein duftendes, scharfes und leicht blumiges Gewürz übrig. Sagenhaft, was für verschiedene Geschmäcker Pfeffer haben kann.

Aber das ist wie mit Kaffee – wer einmal einen wirklich guten getrunken hat, wird in Zukunft seine Lieblingsbohnen selbst mahlen und liebevoll aufgießen. Oder, noch viel naheliegender, der Vergleich mit gutem Wein. Hach ja. Das Bild von der Pilzpfanne erspare ich Ihnen, ich bin ja kein Foodblogger. Aber die schönen Formen der Gefäße bereichern ab jetzt meine Küche, und das herbe Aroma der Gewürze zieht nun ab und an durch meine Küche. Guten Appetit.

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