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Das Sabrieren eines Champagners

Napoleon, so heißt es, habe nach jedem seiner vielen Siege reichlich Champagner genossen.

Veröffentlicht am 24. Januar 2018

Ganz ohne Zweifel war er ein großer Freund dieses Schaumweins und hat während seiner Herrschaft dafür gesorgt, den Champagner noch populärer zu machen, als er es ohnehin schon war.

CHAMPAGNER ÖFFNEN À LA NAPOLEON

Napoleon wird nachgesagt, dass er die Champagnerflaschen üblicherweise mit einem Säbel, französisch sabre, geköpft habe. Ja mehr noch, es heißt, er habe diese besondere Technik des Flaschenöffnens sogar erfunden. Doch daran kann man berechtigte Zweifel hegen; denn schon vor Napoleon (1769–1821) sollen französische Kavallerieoffiziere und leitende Offiziere der zaristischen Armee diesen Brauch gepflegt haben. Wie dem auch sei, Napoleon jedenfalls hat das Sabrieren bekannt gemacht, und er hat diesen Akt mit ziemlicher Sicherheit nicht nur nach gewonnenen Schlachten vollzogen. Immerhin stammt von ihm der Ausspruch über Champagner: »Nach dem Sieg verdienst du ihn, nach der Niederlage brauchst du ihn.«

 

DAS SABRIEREN HAT EINE GROSSE FANGEMEIND

Das Sabrieren des Champagners hat sich als Tradition nicht nur über die Zeit erhalten, es ist sogar immer populärer geworden. Die Confrérie du Sabre d’Or hat es von Frankreich aus in viele Länder geschafft. Während in dieser Bruderschaft das Sabrieren ganz traditionell mit einem eigens dafür entwickelten Champagnersäbel vollzogen wird, machen es andere mit allen möglichen Werkzeugen, wie man man sie eben gerade zur Hand hat. Da kann ein Küchenmesser genauso herhalten wie ein Champagner-Glas. Ein Champagner-Glas? In der Tat kann man eine Flasche Schaumwein auch mit dem Fuß eines Weinglases köpfen; denn es kommt beim Sabrieren nicht auf die Kraft an, sondern auf die richtige Technik.

 

SABRIEREN – WIE MACHT MAN DAS EIGENTLICH GENAU?

Wichtig ist, dass die Flasche und vor allem der Hals der Flasche kalt sind; denn kaltes Glas ist spröder als warmes. Ist dies der Fall, sollte die Folie vom Flaschenhals entfernt werden und möglichst auch die Agraffe vom Korken, also jener Draht, der dafür sorgt, dass der Korken fest im Flaschenhals sitzt. Normalerweise hält der Korken sich dort auch ohne Agraffe. Nur in den seltensten Fällen fliegt der Korken ohne Agraffe aus der Flasche. Sind diese Vorbereitungen getroffen, so kommt es jetzt darauf an, die Naht der Flasche zu finden. Diese Naht, die heutzutage sehr fein ist, sollte dann nach oben gedreht werden, sodass der Säbel entlang dieser Naht geführt werden kann. Die Flasche wird nun leicht nach oben geneigt. Man hält die Flasche natürlich von sich weg und achtet darauf, dass sich niemand in Reichweite der späteren Flugbahn des Korkens befindet. Dieser steht unter 8 Bar Druck und kann schon mal 15 Meter weit fliegen. Daraufhin wird der Säbel mit der scharfen Seite parallel und oberhalb des Etiketts angesetzt. Es ist tatsächlich wichtig, ihn oberhalb des Papiers auf das Glas zu setzen; denn das Beschädigen des Etiketts bringt Unglück – so heißt es. Nun wird der Säbel mit wenig Kraft und wenig Schwung gegen den Glaswulst unterhalb des Korkens geschlagen. Genau dort, wo die Naht auf den Wulst trifft, befindet sich die Sollbruchstelle. Dann fliegt dieser Wulst samt Korken im hohen Bogen von der Flasche. Da sich im Champagner Druck befindet, werden etwaige kleine Glassplitter nach außen befördert. Hat man Übung im Sabrieren, wird es ohnehin keine Splitter und auch keine scharfen Kanten an der Bruchstelle geben. Hält man sich daran, die Flasche auch im Moment des Sabrierens nach oben geneigt zu halten, wird auch nicht allzu viel des exklusiven Getränks verloren gehen.

 

Sollten Sie das Sabrieren ausprobieren wollen, dann tun Sie das zunächst am besten für sich allein und üben ein wenig. Das Sabrieren in Gesellschaft ist zwar durchaus spektakulär, ein Fehlschlag allerdings gleichfalls.