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Wachskapseln - Fluch und Segen

Wenn es ein Thema unter Weinfreunden gibt, das in letzter Zeit neben Jahrgangsunterschieden oder den stilistischen Differenzen zwischen gleichen Rebsorten aus verschiedenen Regionen heiß diskutiert wird, dann ist es das vermehrte Auftreten von Wachskapseln oder –Verschlüssen.

Veröffentlicht am 21. Juli 2021

Schön bunt sehen sie zuweilen aus, aber das Entfernen macht vielen Weinliebhabern das Leben schwer und führt zu manch einer Sauerei auf den Tischen und damit einhergehend zu Verdruss und Ärger. Ja, manch einer sieht ihn sogar als schikanösen Werbe- oder Marketinggag an. Aber ist er das wirklich? Warum sollten Winzer das ihren Kunden antun?

Geht man in der Geschichte des Weins ein wenig zurück, dann stößt man darauf, dass Wachsverschlüsse in Ermangelung von Alternativen früher gang und gäbe waren. Die Winzer wussten so vor allen Dingen ihre der Flaschenreife fähigen Weine vor frühzeitiger Oxidation oder Zerfall zu schützen. Man darf in diesem Zusammenhang auch nicht vergessen, dass vor 100 und mehr Jahren die Korkqualität nicht den heutigen Standards entsprach.  Die Wachskapsel hatte also eine wichtige Funktion, nämlich den Durchlass von Sauerstoff so gering wie möglich zu halten und so die Langlebigkeit des Weines zu sichern. Etwa Mitte des letzten Jahrhunderts kam die Aluminiumkapsel auf, und später sogar die Kunststoffkapsel.

Doch in letzter Zeit tauchen Sie vermehrt wieder auf – die Wachskapseln. Welche Gründe mag es für diese Renaissance geben, zumal die Arbeit mit dieser Art der Flaschenversiegelung sehr aufwendig ist? Da treffen sicherlich verschiedene Aspekte aufeinander. Es dürfte etwa damit zusammenhängen, dass sich viele Winzer wieder traditioneller Methoden besinnen, sei es was die Arbeit im Weinberg betrifft, sei es bei der Kellerwirtschaft, Themen wie etwa Naturhefen oder Spontangärung rücken wieder mehr und mehr in den Vordergrund. Es ist also auch ein Rückgriff auf Traditionen. Darüber hinaus beschert eine Wachskapsel dem Wein, bzw. der Flasche einen hochwertigen Auftritt, werbliche Aspekte dürften also auch eine Rolle spielen.

Was aber bleibt, und das sollte man stets bedenken, wenn Unmutsgefühle ob dieses Verschlusses aufkommen, ist die Gewissheit, dass die Wachskapsel den Wein vermutlich besser schützt als jede andere Versiegelung. Und das sollte den Weinfreund eigentlich im Hinblick auf seine teuren Schätzchen gut schlafen lassen.

Wie aber öffnet man eine Flasche Wein mit Wachskapsel ohne hinterher eine Reinigungsfirma antanzen zu lassen die die Kollateralschäden beseitigt? Da gibt es verschiedene Möglichkeiten. Da wäre als erstes die etwas rabiate Methode. Man tut so, als wäre die Kapsel gar nicht da, sticht mit dem Korkenzieher hindurch und zieht den Korken wie gewohnt aus dem Flaschenhals. In vielen Fällen nimmt man so das Kopfende der Kapsel einfach mit. Damit der Wein mit dem verbliebenen Wachs am Flaschenrand nicht in Berührung kommt wird die Verwendung eines handelsüblichen „Drop-Stops“ empfohlen.

Eine andere Methode sieht die Verwendung eines Feuerzeuges vor, mit dessen Hilfe das Wachs leicht erwärmt wird – bitte Vorsicht, das Wachs kann schnell schmelzen. Macht man alles richtig, lässt sich das Wachs leicht von der Flasche abziehen.

Manche Kapseln sind auch so weich, dass man einfach die Kapseln am oberen Rand des Halses abschneiden kann, so, wie man das mit einer Alu-Kapsel auch tun würde, und zieht dann einfach das Kopfende ab.

Vielleicht haben einige Weinfreunde jetzt einen etwas anderen Blick auf das vermeintliche Ärgernis. Wäre doch schön…