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Bordeaux 2020 Appellationen

Das Rebland an der Strömung der Gironde und den Zuflüssen von Garonne und Dordogne profitiert von seiner einzigartigen Lage mit Bordeaux als größtem natürlichen Hafens Westeuropas. Weinbau wurde hier schon zur Römerzeit betrieben. Heute teilt man das Gebiet in linkes Ufer (also westlich der Gironde bzw. Garonne), rechtes Ufer (östlich der Gironde bzw. der Dordogne) und das Land dazwischen, dem „Entre-Deux-Mers“. Letzteres spielt allerdings in der Subskription keine Rolle.

Veröffentlicht am 22. Juni 2021

POMEROL

… ist mit seinen gerade einmal 975 Hektar die kleinste der feinen Appellationen in Bordeaux und heute die Region mit den zweithöchsten Hektarpreisen der Welt. Zwei Millionen Euro würde man für den Hektar bezahlen – wenn man einen Verkäufer fände. Wie in Saint-Émilion ist auch hier Merlot die vorherrschende Rebsorte und selbst wenn es hier keine Klassifikation der Weingüter gibt, erzielen die Top-Châteaux höhere Preise als die Premiers im Médoc. 2020 spielte den Winzern in Pomerol in die Karten: Die Weine sind sensationell.

SAINT-ÉMILION

… ist das kleine, aber vielbesuchte Juwel von Bordeaux und seit 1999 UNESCO Weltkulturerbe. Vom berühmten Kalkplateau um das bezaubernde Städtchen Sain -Émilion erstrecken sich die berühmten Weinberge bis nach Pomerol. Im Gegensatz zum Médoc am linken Ufer der Gironde, wo Cabernet Sauvignon die bedeutendste Rebsorte ist, herrscht hier die Merlot-Traube, die 2020 zur Höchstform aufgelaufen ist. Die Weingüter sind kleiner, aber in der Spitze nicht minder fein, und die Weine von Cheval Blanc und Angélus sind 2020 einfach nur atemberaubend.

PESSAC-LÉOGNAN

… ist die jüngste der feinen Appellationen in Bordeaux, sie wurde erst 1987 als eigenständige Herkunft gegründet, als Teil des Gebiets Graves. Dennoch ist sie eine der geschichtsträchtigsten Regionen von Bordeaux, denn hier legten die Römer vor ca. 2000 Jahren die ersten Weinberge an. Im Jahr 1300 gründete der Erzbischof und spätere Papst Clément das Château Pape Clément, und im 17. Jahrhundert legte das Weingut Haut-Brion den Grundstein für den Prototyp des feinen roten Bordeaux. Heute sind neben Haut-Brion und La Mission Haut-Brion die Weine von Haut-Bailly, Les Carmes-Haut-Brion und Domaine de Chevalier die Highlights.

MARGAUX

… ist die südlichste Appelation im Médoc und die Böden sind die leichtesten und kiesigsten am linken Ufer der Gironde. Die Weine zeichnen sich in guten Jahren durch eine unnachahmliche Finesse und Zartheit aus, durch eine betörende Frucht und eine exquisite Balance. Die Margaux sind die Primaballerinen unter den Bordeaux-Weinen, die auf der Zunge zu tanzen scheinen. Die großartigsten Weine kommen aus den Kellern von Margaux und Palmer, wobei sich Rauzan-Ségla in den letzten Jahren zum „rising star“ entwickelt und auch 2020 einen großen Wein erzeugt hat.

HAUT-MÉDOC

… bildet das Mittelfeld zwischen der grundlegenden Appellation Médoc und den Gemeinde-Appellationen wie Pauillac oder Margaux. Die Grenzen zwischen diesen sind oft zufällig entstanden – kein Wunder, dass es im Haut-Médoc auch klassifizierte Grands Crus gibt. Wie für alle Médoc-Appellationen gilt die geschützte Herkunftsbezeichnung Haut-Médoc nur für Rotweine.

SAINT-JULIEN

… liegt nicht nur geographisch etwa in der Mitte des Médoc, zwischen Margaux im Süden und Pauillac im Norden. Auch stilistisch verbinden die Weine die kraftvolle Struktur eines Pauillac mit der Finesse eines Margaux. Selbst wenn es hier keinen Premier Cru gibt, finden die Weine große Beachtung bei den Liebhabern feiner Bordeaux-Weine, verkörpern sie doch so etwas wie die Quintessenz eines ausgezeichneten Médoc. Hier findet man auch zahlreiche Weine mit einem sehr guten Preis-Genuss-Verhältnis. Besonders beeindruckend waren in 2020 die drei Léoville-Güter (-Las Cases, -Barton und -Poyferré), der geniale Ducru-Beaucaillou und der immer besser werdende Beychevelle.

SAINT-ESTÈPHE

… ist die nördlichste der berühmten Gemeinden des Médoc. Die Böden sind etwas schwerer als die der weiter südlich gelegenen Appelationen, und die Weine zeichnen sich durch Kraft und Langlebigkeit aus. Dabei haben die meisten SaintEstèphe-Weine die Robustheit, die sie vor Jahrzehnten noch hatten, abgelegt und präsentieren sich heute mit mehr Feinheit. Die führenden Crus Classés wie Cos d’Estournel oder Montrose zählen beständig zu den besten Weinen in Bordeaux.

PAUILLAC

… ist zweifelsohne eine der bewunderungswürdigsten Regionen am linken Ufer der Gironde. Mit drei der fünf Premiers Crus Classés des Médoc (Lafite, Mouton und Latour) ist es das Epizentrum großer Bordeaux-Weine und Heimat der dramatischsten und langlebigsten Weine der Weinwelt. Wer einmal auf der „Route des Châteaux“ an den weltberühmten Gütern des Pauillac vorbeigefahren ist, die sich wie Perlen einer Kette aneinanderreihen, dessen Herzschlag wird sich spürbar erhöhen. Welch’ ein Gefühl. Auch die Highlights aus 2020 haben das Potenzial, den Puls zu erhöhen, allen voran Lafite, Mouton und Pontet-Canet, deren Weine spektakulär sind..