Vorpremiere Große Gewächse 25 – die VDP GGs Jahrgang 2024 und 2023

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Vorpremiere Große Gewächse 25

Es ist Ende August. Und wenn man »It's that time of the year ...« dieser Tage aus der Weinwelt hört, dann bedeutete es stets: das Deutsche Weinereignis steht an. Die Vorpremiere der GGs vom VDP. Für Weinfans, Weinkritiker und Weinhändler sind es zwei Buchstaben und ein Ort, der in Deutschland der Oscarverleihung gleichkommt. Für Winzerinnen und Winzer bedeutet dieses Statement mittlerweile aber auch den Start in die Lese. Verrückt. Während also am Jahrgang 25 gearbeitet wird, rückt der Jahrgang 2024 ins Visier. Denn am 1. September beginnt der Verkauf der Grand Crus aus Deutschland, der Großen Gewächse aus Großen Lagen. Für diese GGs wird im Kurhaus in Wiesbaden der rote Teppich ausgerollt. Und die große Frage bei der Vorpremiere zu den Großen Gewächsen ist immer: wie präsentiert er sich, der neue Jahrgang.

Veröffentlicht am 26. August 2025

Wein-Vielfalt made in Germany

Dabei sind es längst nicht mehr nur die Rieslinge, die Beachtung finden. Besonders der Chardonnay hat im vergangen Jahr für Aufsehen gesorgt und auch deutscher Spätburgunder war nie besser als jetzt.

Claudia unsere Senior-Buyerin von Tesdorpf war seit Sonntag vor Ort und verkostete tapfer ihre Auswahl von den insgesamt 471 angestellten Weinen. Dabei liegt der Fokus auf dem Jahrgang 2024. Immer mehr Weingüter tendieren aber dazu, ihren Weinen mehr Zeit zur Reife zu geben und daher ist auch der Jahrgang 2023 vertreten. 


Unsere Deutschland-Expertin Claudia vor Ort in Wiesbaden

Der Bleistift ist gespitzt. Bereit für die Verkostungsnotizen.

Die Zeit ist reif: Premiere des Jahrgangs 2024 und 2023 – die Grand Crus aus Deuschland

Das Weingut Schätzel aus Rheinhessen geht sogar so weit und bringt einen 2017er Jahrgang zur Premiere. Die Entwicklung nicht mehr alles ganz jung auf den Markt zu bringen ist ein Schritt, der allen Konsumenten zum Vorteil ist. Für Weingüter bedeutet dieser Schritt natürlich eine Investition, die man sich leisten können muss.

Bei den über 200 VDP Betrieben sind die Rebsorten Silvaner, Chardonnay, Weißburgunder, Grauburgunder, Riesling und Spätburgunder als Großes Gewächs klassifiziert. Die Regionen sind Franken, Sachsen, der Rheingau, Rheinhessen, Baden, Württemberg, der Mittelrhein, die Nahe, die Pfalz, die Ahr und die Mosel.


Ein Garant für Tradition, Innovation und Raritäten: Weingut Weil und Tesdopf – Robert Weil, Claudia Lürßen und Monte Vacano.

Das ist Arbeit! Knapp 500 Weine von mehr als 200 VDP Weingütern.

Welche Weine strahlen? Mit allen Sinnen und aller Erfahrung selektieren.

Der VDP – bestens organisiert.

Der Wein-Jahrgang 2024: Große Qualität, kleine Menge

Das erste Jahrgangsfeedback vom VDP im Vorfeld las sich auch vielversprechend: »Es konnten bis zum Ende der Lese tolle Qualitäten geerntet werden. Wir erwarten keinen superreifen - eher einen Cool-Climate-Jahrgang, einen richtigen Klassiker. Und durch den frühen Start in die Vegetation und die kühlen Temperaturen im Sommer hatten wir eine unheimlich lange Vegetationsperiode, die nie zu heiß wurde, und die Reben waren immer gut versorgt, was uns auf einen guten Jahrgang hoffen lässt. Die Arbeit war intensiv und fordernd, aber es hat sich gelohnt!«, beschreibt es Johannes Hasselbach aus Rheinhessen. Dirk Würtz vom Weingut St. Antony und direkter Nachbar vom Weingut Gunderloch war schon früh voller Vorfreude: »2024 ist in jeglicher Hinsicht ein Traumjahrgang.« 

Claudias erster Eindruck bestätigt die Einschätzungen der Rheinhessen über die Region hinaus auf die gesamte deutsche Weinlandschaft: »2024 scheint mir ein sehr klassischer, traditioneller deutscher Jahrgang zu sein. Die Weine haben Spannung und eine gute Säure, sind nicht laut, sondern strahlen eine schöne Balance und Finesse aus.« Die Silvaner beim VDP kommen tatsächlich alle aus Franken. Das Bild, was sich Claudia zeigt ist allerdings sehr wechselhaft. »Luckerts Maustal überstrahlt den Rest mit einer Saftigkeit und Präzision, die ich so in den anderen Weinen nicht gefunden habe.«

Im Rheingau zeigen die Traditionsbetriebe bei den Rieslingen eine hohe Konstanz. »Gräfenberg 2024 überzeugt auf ganzer Linie, darf aber erstmal noch ein Jahr reifen, bevor er in einem Jahr auf den Markt kommt. Auch Peter Jakob Kühn und Künstler sind stark.«, so Claudias erstes Fazit aus Wiesbaden. »An der Mosel vermisse ich schmerzlich die Weine von Maximin Grünhaus.« Dem Weingut ereilte das Schicksal so vieler. Das Jahr wunderbar, doch immer sind es Augenblicke, die ein ganzes Jahr ruinieren können. Frost und Hagel sind die größten Feinde und haben dafür gesorgt, dass es 2024 oftmals leider nur sehr geringe Mengen geben wird. Bei Maximin Grünhaus ist auch ein starker Frostschaden in den Monopollagen dafür verantwortlich, dass in diesem Jahr leider keine GGs präsentiert werden. Zum Glück haben wir noch ein paar wunderbare Weine aus dem Jahrgang 2023 sowie die Weine, aus den Lagen, die im Jahrgang 24 von der Naturkatastrophe verschont geblieben sind.

  


Strahlt und ist ein Best-Value-for-Money-Tipp: Haags Moselriesling Juffer 24 GG.

Die Nahe ist auch 2024 wieder ganz weit vorn.

Zwei Buchstaben und zwei Doppelnamen: Sowohl das GG von Emrich-Schönleber als auch Schäfer-Fröhlich beeindrucken.

Anwärter auf die Kollektion des Jahres: Dönnhoff mit Dellchen, Hermannshöhle und Höllenpfad.

Rieslinge und Spätburgunder – eine GROßE Freude

»Gewohnt stark präsentiert sich Clemens Busch mit einer ausnahmslos strahlenden GGs, Fahrlay und Rotenberg sind meine persönlichen Favoriten von der Mosel.« Auch Van Volxem und Dr. Loosen zeigen sich sehr schön. Ein Geheimtipp von Claudia kommt von Fritz Haag, der wie immer als Preis-Leistungs-Sieger gesehen werden kann. »Der Brauneberger Juffer ist ein Riesling voller Finesse – saftige Frucht und feine Mineralik zeigen sich in perfekter Harmonie. Dazu kommen elegante Kräuternoten von Salbei und Thymian, die dem Wein zusätzliche Tiefe verleihen. Am Gaumen beeindruckt er mit kraftvollem Druck, spannungsreicher Struktur und einer langen, mineralisch geprägten Eleganz. Ein großes Trinkvergnügen – und das zu erstaunlich kleinem Preis!«

An der Nahe haben Claudia zwei Weine mit sehr unterschiedlicher Stilistik besonders beeindruckt: Emrich-Schönlebers super eleganter Halenberg, der mit feinen Steinobstaromen und einer klaren Mineralität auftrumpft. Außerdem das messerscharfe Felseneck von Schäfer-Fröhlich. Auch die erst jetzt auf den Markt kommende Kupfergrube 2020 vom Gut Hermannsberg ist dem Namen Großes Gewächs würdig und ein absoluter Fine Wine. Neben einzelnen Diamanten gibt es wie schon im vergangenen Jahr einen "Juwelier", der eine beeindruckende Gesamtkollektion abliefert. Wieder ist es das Weingut Dönnhoff, dass eine wunderschöne Kollektion präsentiert – in diesem Jahr fehlt zu größtem Bedauern frostbedingt das Felsentürmchen GG – das Dellchen GG rückt daher funkelnd in den Fokus.

In Rheinhessen glänzt Kühling-Gillots Rothenberg druckvoll, würzig-mineralisch, auch Battenfeld-Spanier und Wittmann zeigen jeweils eine stringente Gesamtrange. In der Pfalz ist es schwer, Favoriten zu nennen, zu groß ist hier das Angebot an exzellenten Weinen. Man liegt mit Rings, Christmann, Ökonomierat Rebholz und Bürklin-Wolf allerdings immer richtig und hat definitiv Große Gewächse im Glas! »Wenn ich eine Überraschung nennen sollte, dann ist es das Weingut Kranz«, sagt Claudia. Sie trumpften mit allen angestellten Weinen von Weißburgunder über Riesling bis zum Spätburgunder auf.

Wer ein Augenmerk auf Spätburgunder legt, der sollte unbedingt schnell sein und sich den Spätburgunder von Rings sichern: »Der Saumagen ist wirklich toll, super einladende Nase, perfekte Balance, feines Tannin. Da passt alles!«, so die unbedingte Kaufempfehlung von Claudia. Überaus spannend sind wie immer die Spätburgunder vom Weingut Christmann, insbesondere das neue GG Schild von Terrassenlagen am Rand des Pfälzer Waldes. In Baden überzeugen die „üblichen Verdächtigen“ Huber und Keller bei rot und weiß. Auch aus Baden, allerdings bei den Weißweinen stärker ist Dr. Heger. An der Ahr werden die Spätburgunder von Dörte und Meike Näkel Jahr für Jahr feiner und eleganter. »Eine Neuentdeckung in Wiesbaden war für mich das Weingut Burggarten. Die Weine überaus balanciert und sehr saftig.«, schließt Claudia ihr Feedback ab. 

Einen Teil der besprochenen Weine können Sie bei uns ab sofort bestellen. Wir wünschen Ihnen ein großes Vergnügen.

 


Einer der besten Spätburgunder GGs: Rings Saumagen aus der Pfalz.

Keller und der Kirchberg: ein starkes Grand Cru aus Deutschland.

Ein Geheimtipp und DIE Überraschung aus der Pfalz.

Zurücklehnen nach der Verkostung. Wein ist schließlich Genuss.