Filter
Antonio Galloni James Suckling Tesdorpf Wine Spectator
0,75 L 1,5 L

Tenuta Valdicava

Auch auf die Gefahr hin sich zu wiederholen, darf und muss es an dieser Stelle wieder einmal gesagt werden: Wein inspiriert Menschen, schafft Sehnsüchte sowie Visionen und lenkt manch ursprünglich einmal anders geplanten Lebenslauf ganz plötzlich und unverhofft in andere Bahnen. Wenn man dann in gerade einmal knapp 20 Jahren auch noch zu einem der höchst dekorierten Weingüter in der an sich schon nicht arm an Spitzenerzeugern gesegneten Toskana avancieren kann, dann ist das Märchen komplett. Wenn es denn eines wäre, denn in der Tat handelt es sich um die Geschichte von Vincenzo Abbruzzese und seinem Weingut Valdicava. Seine Familie leitete den Betrieb schon seit den 50er Jahren, so wurde Vincenzo die Liebe zum Brunello quasi bereits in die Wiege gelegt. Richtig erwacht allerdings ist sie erst, als sein Großvater in den 80er Jahren das schmucke Weingut verkaufen wollte. Nach dem Abklingen sämtlicher schriller Alarmglocken entschloss sich Vincenzo ganz einfach selbst Hand anzulegen, was für den zu diesem Zeitpunkt Nicht-Önologen einem Sprung in das eiskalte Wasser gleich kam. Doch da fand sich mit Attilijo Pagli einer der talentiertesten Önologen der Toskana und gemeinsam machten sie sich daran, das Weingut auf neuen Kurs zu trimmen, scharf am Wind in Richtung höchste Qualität. Schon in den 90er Jahren brach ein nie erhoffter und ungeahnter Medaillen-Segen über die beiden herein. Sie hatten es geschafft, aus dem Weingut eine hochexklusive kleine Spitzen-Boutique zu machen, die zwar nicht viel Wein zu verkaufen hatte, dafür aber in sensationeller, Aufsehen erregender und spektakulärer Qualität. Was Valdicava überzeugend gelingt, ist dem Sangiovese seine Härte zu nehmen. Die Weine wirken kraftvoll, dicht, hoch komplex und konzentriert und sind dabei doch von einer unglaublich samtigen, geschmeidigen Charakteristik und tiefgründiger Fülle. Übrigens, das Weinmachen hat Vincenzo Abbruzzese in der Zwischenzeit gelernt und der Erfolg ist ihm dabei nicht in den Kopf gestiegen. Will man ihn antreffen, so wird man ihn kaum zu Hause finden, sondern in der Regel draußen, bei seinen Reben.