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2017 2018

Vie di Romans

Die Römer haben den Wein nicht erfunden, aber sie haben ihn auf ihren Märschen durch aller Herren Länder in Europa verbreitet. Das ist soweit bekannt, nur gibt es kaum noch stumme Zeugen dieser besonders in kultureller Hinsicht so wichtigen Entwicklung. Einer der wenigen und daher umso bedeutsameren Zeugen ist der Vie di Romans, der »Weg der Römer« im Friaul, jener Weg, auf dem die Römer die Rebe in den Nordosten Italiens brachten. Fortan verlief dieser Weg mitten durch steinige und karge Weinberge. Da liegt es nahe, wenn man schon Weinberge direkt am Vie di Romans sein Eigen nennen darf, das Weingut auch gleich nach diesem von Römerhand angelegten Weg zu benennen. Das Weingut im Besitz der Familie Gallo (nein, keine Sorge, die haben mit den amerikanischen Gallos nichts zu tun) gibt es in der heute existierenden Form erst seit 1978, doch die Familie verfügt über Erfahrung im Weinbau seit über 100 Jahren. Vie di Romans hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesteckt, nämlich Weißweine auf einem unglaublich hohen Niveau zu erzeugen, wie man es etwa in Meursault für Weiße 1er Crus vorfinden kann. Anders gesagt: Weißweine von Weltklasse, alles andere kommt erst gar nicht in die Flasche. Die Voraussetzungen hierfür sind am »Römerweg« außergewöhnlich gut. Der unweit entfernt gelegene Fluss Isonzo hat einen schottrigen, sehr durchlässigen Boden hinterlassen, das Klima lebt von der faszinierenden Wechselwirkung des kühlen Einflusses der Alpen und der mediterranen Wärme der nahen Adria, was aber neben selbstverständlich purer Handarbeit den großen Unterschied zu vielen anderen ausmacht. In den Weinbergen stehen 6.000 Rebstöcke pro Hektar und die dürfen gerade einmal ein Kilo Trauben pro Stock liefern. In puncto Niedrig-Erträge vermutlich Weltrekord! Das Ergebnis: Weißweine, die auf höchstem Niveau jeder internationalen Konkurrenz standhalten.