Was Billecart-Salmon Champagner besonders macht
Billecart-Salmon verbindet die Kontinuität eines Familienhauses, das seit 1818 in Mareuil-sur-Aÿ ansässig ist und heute von der siebten Generation geführt wird, mit einer klaren stilistischen Linie: Seit Jean Roland-Billecart 1958 eine längere Gärung bei niedriger Temperatur und eine kalte Vorklärung des Mostes einführte, bewahren die Champagner des Hauses eine ausgeprägte Frische und Feinheit, die sie trotz ihrer Tiefe stets präzise und lebendig wirken lässt.
Die Trauben stammen überwiegend aus dem nahen Umkreis von Épernay, wo Grands Crus aller drei großen Rebsorten nebeneinander liegen, und werden Parzelle für Parzelle in kleinen temperaturgesteuerten Tanks oder in rund 400 kleinen und 24 großen Eichenfässern vinifiziert.
Dazu kommt eine lange Hefereife, die bereits beim Rosé drei Jahre und bei den Prestige-Jahrgängen rund zehn Jahre beträgt, sowie eine meist sehr zurückhaltende Dosage. So entstehen Champagner, die Frische, Finesse und Vielschichtigkeit verbinden, allen voran der blasse Rosé, der seit den 1970er Jahren zum Aushängeschild des Hauses geworden ist.
Ein Familienhaus in siebter Generation
Billecart-Salmon entstand 1818 aus der Ehe von Nicolas François Billecart und Elisabeth Salmon, die in Mareuil-sur-Aÿ, dem Heimatort der Familie, ihr Champagnerhaus gründeten. Während Nicolas François den Verkauf verantwortete, widmete sich sein Schwager Louis Salmon, ein begeisterter Önologe, der Herstellung der Weine. Nach dem Ersten Weltkrieg fand Charles Roland-Billecart ein nahezu leeres Haus mit kaum 75.000 Flaschen im Keller vor und baute den Absatz bis 1936 wieder auf mehr als 217.000 Flaschen im Jahr aus.
Prägend für den heutigen Stil wurde sein Sohn Jean Roland-Billecart, der 1958 die kühle, lange Gärung einführte und in den 1970er Jahren den Rosé neu dachte. 1993 übernahm François Roland-Billecart die Leitung und richtete den Vertrieb gezielt auf den Fachhandel und die gehobene Gastronomie aus. Heute steht Mathieu Roland-Billecart für die siebte Generation. Wie hoch das Reifepotenzial der Weine ist, zeigte sich 1999, als der Jahrgang 1959 bei einer Blindverkostung von 150 Jahrgangschampagnern großer Häuser in Stockholm zum „Champagner des Jahrtausends“ gewählt wurde.
Die Weinberge von Billecart-Salmon: Grands Crus rund um Épernay
Das Haus bewirtschaftet 100 Hektar eigene Weinberge und bezieht seine Trauben insgesamt aus rund 300 Hektar in 40 Crus der Champagne. Der größte Teil liegt in einem Umkreis von etwa 20 Kilometern um Épernay, wo die Montagne de Reims, das Vallée de la Marne und die Côte des Blancs zusammentreffen und Grands Crus von Pinot Noir, Meunier und Chardonnay in unmittelbarer Nachbarschaft liegen. Diese Vielfalt erlaubt es, jede Rebsorte dort anzubauen, wo sie ihre besten Eigenschaften entwickelt.
Seit 2017 ist das Haus nach den Standards „Haute Valeur Environnementale“ und „Viticulture Durable en Champagne“ zertifiziert. Es verzichtet seit 2020 vollständig auf Herbizide, setzt ausschließlich organische Dünger und pflanzliche Präparate ein und hat 2021 zehn Hektar auf biologischen Anbau umgestellt. Im Clos Saint-Hilaire wird der Boden mit Pferden bearbeitet, was die Durchlüftung und die Artenvielfalt fördert, und auf derselben Parzelle hat das Haus 2022 ein Biodiversitätsreservat mit Bienenstöcken angelegt.
Kühle Gärung, Parzellen und Fass: die Arbeit im Keller
Im Keller verbindet Billecart-Salmon moderne Präzision mit traditionellem Handwerk. Seit dem Jahr 2000 werden die Moste in kleinen temperaturgesteuerten Tanks vinifiziert, die eine getrennte Verarbeitung jeder Rebsorte und Parzelle erlauben. Die Gärung erfolgt bei niedriger Temperatur, einem Verfahren, das Jean Roland-Billecart von Bierbrauern übernahm und das die Frische und Feinheit der Weine bewahrt.
Ergänzend kehrte das Haus 2010 zu einem älteren Verfahren zurück und baute einen Fasskeller mit mehr als 400 kleinen Eichenfässern. 2018 kam ein zweiter Keller mit 24 großen Holzfässern hinzu. Der Anteil des Holzausbaus richtet sich nach der Cuvée: Während der Sous Bois und der Clos Saint-Hilaire vollständig im Fass vinifiziert werden, bringt das Holz bei den Prestige-Jahrgängen zusätzliche Tiefe, und die Cuvées ohne Jahrgang werden überwiegend im Edelstahl ausgebaut. Anschließend reifen die Champagner lange auf der Hefe, beim Rosé drei Jahre, beim Réserve im Mittel gut vier Jahre und bei den großen Jahrgangscuvées rund zehn Jahre und länger.
Der Stil der Champagner von Billecart-Salmon
Die Champagner von Billecart-Salmon zeichnen sich durch Frische, Präzision und Feinheit aus, ohne an Tiefe und Ausdruck zu verlieren. Die kühle Vergärung bewahrt klare Fruchtaromen von Zitrus, Kernobst und roten Beeren, während die lange Hefereife Noten von Brioche und Gebäck sowie eine cremige Textur hinzufügt. Die meist sehr niedrige Dosage, bei vielen Cuvées im Extra-Brut-Bereich, lässt Herkunft und Mineralität deutlich hervortreten. Diese Ausgewogenheit macht die Champagner zu vielseitigen Begleitern, vom Aperitif bis zu Fisch, Meeresfrüchten und Geflügel.
Die wichtigsten Cuvées von Billecart-Salmon
Billecart-Salmon Le Rosé
Der Rosé ist die bekannteste Cuvée des Hauses. Jean Roland-Billecart wollte in den 1970er Jahren einen
Rosé-Champagner schaffen, der sehr hell in der Farbe und von Frische und feinen Noten roter Beeren geprägt ist, zu einer Zeit, als Rosé-Champagner noch wenig Ansehen genoss. Er wird aus Chardonnay, Pinot Noir und Meunier assembliert, wobei ein Teil des Pinot Noir als Rotwein vinifiziert wird, und reift nach kühler Gärung im Edelstahl 36 Monate auf der Hefe. Mit Aromen von Walderdbeeren, Himbeeren und Zitruszesten, einer cremigen Textur und großer Präzision ist er ein klassischer Auftakt für einen Abend und passt ebenso zu Wildlachs oder Langustinen.
Billecart-Salmon Le Réserve
Le Réserve ist die klassische Cuvée ohne Jahrgang und vereint Pinot Noir, Chardonnay und einen hohen Anteil Meunier aus drei verschiedenen Jahren, wobei mehr als die Hälfte Reserveweine sind. Nach durchschnittlich rund 50 Monaten auf der Hefe zeigt er Noten von Apfel, Birne und Zitrus, eine feine Weinigkeit und einen frischen, mineralischen Abgang, der ihn zum Aperitif ebenso empfiehlt wie zum ganzen Menü.
Billecart-Salmon Le Blanc de Blancs
Le Blanc de Blancs stammt ausschließlich aus Chardonnay der vier Grand-Cru-Gemeinden Avize, Chouilly, Cramant und Le Mesnil-sur-Oger an der Côte des Blancs. Er reift vier bis fünf Jahre auf der Hefe und verbindet Noten von Brioche, frischer Butter und weißen Blüten mit einer kreidigen Mineralität und einem salzigen Nachhall.
Billecart-Salmon Le Sous Bois
Le Sous Bois wird vollständig in Eichenfässern vinifiziert und besteht aus allen drei Rebsorten der Champagne. Nach fünf Jahren auf der Hefe zeigt er Aromen von Gebäck, Zitrus und Kernobst, die sich zu Mokka und Bergamotte entwickeln, und eignet sich mit seinem kräftigen Charakter zu Hartkäse, hellem Fleisch und Pilzgerichten.
Billecart-Salmon Brut Nature und Demi-Sec
Neben den klassischen Cuvées bietet das Haus einen Brut Nature ohne Dosage sowie einen Demi-Sec mit höherer Süße an, die das Sortiment in beide Richtungen ergänzen.
Billecart-Salmon Vintage
Der Vintage stammt zu 100 Prozent aus Grands Crus und wird vom Pinot Noir der Montagne de Reims dominiert, ausbalanciert durch Chardonnay von der Côte des Blancs. Der aktuelle Jahrgang 2016 ist mit nur 1,9 Gramm pro Liter dosiert, reift 64 Monate auf der Hefe und zeigt Noten von Steinobst, Nüssen und feinem Gebäck.
Billecart-Salmon Cuvée Nicolas François
Die Cuvée Nicolas François wurde 1964 zu Ehren des Gründers geschaffen und verbindet Pinot Noir aus der Montagne de Reims und dem Vallée de la Marne, etwa aus Mareuil-sur-Aÿ, Aÿ und Verzenay, mit Chardonnay von der Côte des Blancs. Ein kleiner Teil wird im Fass ausgebaut, und der Jahrgang 2012 reifte im Mittel rund zehn Jahre auf der Hefe, was ihm Fülle, Spannung und eine ausgeprägte Mineralität verleiht.
Billecart-Salmon Cuvée Elisabeth Salmon
Die Cuvée Elisabeth Salmon ist der Jahrgangs-Rosé des Hauses und wurde 1988 zu Ehren der Mitbegründerin geschaffen. Sie stammt ausschließlich aus Grand- und Premier-Cru-Lagen, verbindet Chardonnay aus Oger, Cramant und Le Mesnil-sur-Oger mit Pinot Noir aus Mareuil-sur-Aÿ, Aÿ und Bouzy und reifte im Jahrgang 2013 nahezu zehn Jahre auf der Hefe. Das Ergebnis ist ein Rosé mit Aromen von roten und schwarzen Beeren, Blutorange und Rosen sowie einer feinen, kreidigen Struktur.
Billecart-Salmon Cuvée Louis Salmon
Die Cuvée Louis Salmon ist ein Blanc de Blancs mit Jahrgang, benannt nach dem Schwager des Gründers, der als Önologe die ersten Weine des Hauses schuf.
Billecart-Salmon Clos Saint-Hilaire
Der Clos Saint-Hilaire stammt aus einer einzigen, ummauerten Parzelle von einem Hektar direkt neben dem Haus in Mareuil-sur-Aÿ, die 1964 mit Pinot Noir bepflanzt wurde und nach dem Schutzheiligen der örtlichen Kirche benannt ist. Der Blanc de Noirs wird vollständig im Fass vinifiziert, sehr niedrig dosiert und nur in herausragenden Jahren erzeugt, erstmals 1995; jede Flasche ist nummeriert, und pro Jahrgang entstehen nur einige tausend Flaschen. Der Jahrgang 2009 reifte fast 15 Jahre im Keller.
Les Rendez-vous de Billecart-Salmon
In der Reihe „Les Rendez-vous“ stellt das Haus jeweils eine Rebsorte in den Mittelpunkt, etwa Meunier, Pinot Noir oder Chardonnay, und zeigt so die Vielfalt seiner Lagen in unterschiedlichen Facetten.
Orientierung in der Auswahl
- Für den Einstieg in den Hausstil: Le Réserve, frisch, fein und vielseitig.
- Für die Signatur des Hauses: Le Rosé.
- Für Chardonnay aus Grands Crus: Le Blanc de Blancs.
- Für Fassausbau und Tiefe: Le Sous Bois.
- Für einen besonderen Jahrgang: Vintage sowie die Cuvées Nicolas François und Elisabeth Salmon.
- Für Sammler und besondere Anlässe: Clos Saint-Hilaire.
Wer Billecart-Salmon kennenlernen möchte, kann Le Réserve, Le Rosé und Le Sous Bois nebeneinander verkosten und so nachvollziehen, wie Rebsortenanteil und Ausbau den gemeinsamen Hausstil unterschiedlich zur Geltung bringen. Ergänzend lohnt der Blick auf weitere [Rosé-Champagner] und [Champagner aus dem Vallée de la Marne].
Billecart-Salmon Champagner bei Tesdorpf kaufen
Tesdorpf handelt seit 1678 mit feinen Weinen und zählt damit zu den traditionsreichsten Weinhandelshäusern Deutschlands. Die über Jahrhunderte gewachsenen Verbindungen zu renommierten Erzeugern ermöglichen es bis heute, auch Raritäten und limitierte Abfüllungen zugeteilt zu bekommen. Im Sortiment von rund 4.500 Weinen steht der Rosé von Billecart-Salmon neben dem Réserve, dem Blanc de Blancs und dem Sous Bois, ergänzt um die Jahrgangscuvées Nicolas François und Elisabeth Salmon, in denen sich die Frische und lange Reife des Hauses besonders vielschichtig zeigen. Ausgewählte Flaschen gibt es auch als Magnum oder in Geschenkverpackung. Der Onlineshop ist von Trusted Shops zertifiziert und wird von Kunden mit „hervorragend“ bewertet, und die Champagner werden schnell geliefert.