Domaine Gregoire Hoppenot
Es gibt Weingüter, die aus dem Stand begeistern – und Persönlichkeiten, die ganze Regionen neu definieren. Grégoire Hoppenot gehört zu beiden Kategorien. Sein kompromisslos terroirbetonter Stil und seine blitzsaubere Handwerkskunst haben das Beaujolais um eine moderne Ikone reicher gemacht.
Grégoire Hoppenot - ein Senkrechtstarter mit Mission
Grégoire Hoppenot stammt aus dem Beaujolais, doch sein Weg war alles andere als vorgezeichnet: Ohne eigene Weinberge aus dem Familienerbe, aber mit tiefer Kenntnis der Region und klarer Vision gründete er 2018 sein eigenes Weingut. Möglich machten dies langjährige Kontakte und sein früheres Engagement bei der renommierten Maison Trenel, einem Teil der Chapoutier-Gruppe. Ziel war es von Anfang an, Weine mit Herkunft zu vinifizieren – klar, präzise und ungeschminkt. Bereits kurz nach dem Start wurde Hoppenot mit dem Titel „Découverte de l’année“ der Revue du Vin de France ausgezeichnet. Kritiker wie Robert Parker lobten seine Debütweine ausdrücklich: „One of the finest English sparkling wines on the market today.“
Terroir im Fokus: Fleurie, Morgon und der Clos de l’Amandier
Das Herzstück seiner Arbeit liegt in Fleurie – einer Cru-Lage des Beaujolais, die an Moulin-à-Vent grenzt. Dort bewirtschaftet er neben Les Moriers, Les Garants und La Roilette auch die exklusive Monopollage Clos de l’Amandier. Diese Hanglage auf ca. 280–395 m über dem Meeresspiegel ist geprägt von Granit, Sand und steinigem Tonlehm – perfekte Voraussetzungen für feingliedrige, mineralische Gamay-Weine. Ergänzt wird das Portfolio durch eine Parzelle in Morgon.
Hoppenots Weine zeigen: Die Böden dieser Cru-Lagen gehören zu den besten Frankreichs – und er versteht es meisterhaft, ihnen Ausdruck zu verleihen.
Feingefühl im Weinberg und Keller
Hoppenot arbeitet biologisch – viele seiner Parzellen sind bereits zertifiziert, andere befinden sich in Umstellung. Im Keller setzt er auf minimale Eingriffe: Die Lese erfolgt per Hand, vielfach als Ganztraubenmaische, spontan vergoren in Betontanks bei maximal 30 °C. Extraktion erfolgt durch schonendes Umpumpen, gelegentlich mit Délestage gegen Ende der Gärung. Der Ausbau geschieht meist über acht Monate in großen Fudern oder gebrauchten Burgunder-Fässern – bewusst mit nur geringem Holzeinfluss. Die Devise: Präzision statt Power, Herkunft statt Make-up – „sans fard“ wie Hoppenot es nennt.
Weine mit Tiefe, Struktur und Seele
Die Cuvée „Les Moriers“ glänzt mit Noten von Hagebutte, Blutorange, Himbeere und feinen Tanninen. Der „Clos de l’Amandier“ – das Flaggschiff – ist floral, mineralisch und komplex mit enormem Reifepotenzial. Bewertungen wie 92 Punkte von James Suckling oder hohe Scores bei Decanter und Parker bestätigen: Hier entsteht große Weinbaukunst in kleiner Auflage – rund 9–10 Hektar umfasst das Weingut. Hoppenot produziert gezielt in überschaubaren Mengen, um kompromisslose Qualität zu garantieren.
Der neue Maßstab im Beaujolais
Grégoire Hoppenot hat es in kürzester Zeit geschafft, das Beaujolais aus dem Schatten seiner Vergangenheit zu holen. Seine stilvollen, eleganten Weine erinnern an die große Schule des Burgunds – und setzen gleichzeitig neue Akzente. Wer wissen möchte, was modernes Beaujolais mit Tiefe und Finesse bedeutet, kommt an dieser Domaine nicht vorbei. Oder, wie es ein Kritiker formulierte: „Dieser Winzer ist eine Sensation, und man wird noch lange von ihm, seinen Weinen und seiner Domaine sprechen.“