Jakob Gasser: Neuer Kellermeister führt mit Terroir-Gespür und Fortschritt
Im Jahr 2024 übernahm Jakob Gasser offiziell die Rolle des Kellermeisters bei St. Michael‑Eppan, nachdem er bereits seit 2019 eng mit seinem Vorgänger Hans Terzer zusammenarbeitete. Mit einem Doppeldiplom aus Geisenheim und Udine (2017) bringt Gasser fundiertes Wissen, frischen Innovationsgeist und eine tiefe Verbundenheit mit der Natur in seine neue Rolle. Seine Philosophie vereint technologische Offenheit mit traditioneller Achtsamkeit: Er versteht sich als „aufmerksamer Beobachter des Terroirs“ und verfolgt weiterhin das Credo „Qualität kennt keine Kompromisse“.
St. Michael-Eppan – Eine starke Gemeinschaft
Das Rückgrat und Herz der Cantina St. Michael-Eppan bilden die rund 330 Winzerfamilien, die zur Genossenschaft gehören. Fast alle sind sie seit Generationen mit dem Weinbau in Eppan verbunden, und jeder Einzelne trägt mit seiner Expertise und Hingabe dazu bei, dass nur das beste Traubenmaterial in den Keller gelangt. In ihren Weinbergen setzen die Genossenschaftsmitglieder auf eine umweltschonende Bewirtschaftung und eine gezielte Regulierung der Erträge. Hierdurch bleiben die Reben und die Böden im Gleichgewicht und das Ökosystem des Terroirs – wichtigstes Kapital der Weinbauern – wird bewahrt und geschützt. Über Jahrzehnte hinweg war es Hans Terzer, der diese Gemeinschaft mit ruhiger Hand, Know-how und Vision in die internationale Spitze geführt hat. Seit 2024 liegt die Verantwortung im Keller nun bei Jakob Gasser, der mit großem Respekt für dieses Erbe und frischem Blick die Zukunft der Kellerei gestaltet. Auch er ist eng mit der Region verbunden und versteht es, das Beste aus jeder Parzelle herauszuholen – präzise, terroirbetont und stilbildend.
Pionier der Weinbereitung
Hans Terzer entwickelte im Laufe seiner beeindruckenden Karriere eine immer stärkere Leidenschaft für weiße Trauben und avancierte so zum Pionier der südtiroler Weißweinbereitung. Als einer der ersten in der Region baute er Weißweine in Barrique aus – damals eine Revolution. Doch auch im Bereich der Rotweine betrat Terzer mit Vorliebe neue Pfade. Ende der 1990er Jahre zum Beispiel machte er nahe der Kellerei einige Weinberge aus, die sich – so seine Einschätzung – hervorragend für den Anbau des Pinot Noirs eignen. Dies war der Anfang einer großen Liebe zwischen Hans Terzer und der kapriziösen Rebsorte. Jakob Gasser, sein langjähriger Wegbegleiter, bringt nun seine eigene Handschrift ein – mit modernem Know-how, einem Doppeldiplom aus Geisenheim und Udine und viel Fingerspitzengefühl. Dabei bleibt die Leidenschaft für Präzision, Vielfalt und Ausdruck die treibende Kraft im Keller.
Perfektion im Keller der Cantina St. Michael-Eppan
Im Keller von St. Michael-Eppan trifft lange Tradition auf modernste Technik. Der traditionelle Ausbau in Holzfässern spielt auch heute noch eine zentrale Rolle in der Cantina. Im tiefen Fasskeller stehen immer noch riesige alte Holzfässer, die man zu historischen Anlässen mit prunkvoll geschnitzten Fassböden verzierte. Im Laufe der Jahre wurde der historische Keller komplett renoviert und mit 50 großen Eichfässern bestückt. Seit den 1980er Jahren sind der weiße und rote Barriquekeller das Herzstück der Kellerei. In den Fässern aus französischer Eiche reift eine Auswahl der edelsten und prestigeträchtigsten Weine heran. Doch auch der Einsatz von Edelstahl ist aus der modernen Kellertechnik der Cantina St. Michael-Eppan nicht mehr wegzudenken. Die Edelstahltanks sind nicht nur ein Garant für Hygiene und Sauberkeit, sondern ermöglichen auch einen unverfälschten, authentischen Weinausbau, der den Charakter der Rebsorten perfekt zur Geltung bringt. Besonders stolz ist man in der Kellerei auf den 2020 fertiggestellten Gravitationskeller, der sowohl architektonisch als auch in seiner Ausstattung keine Wünsche offen lässt. Auf einer Gesamtfläche von 30.000 m³ entstehen hier viele der begehrten Weinlinien der Cantina St. Michael-Eppan – künftig unter der Regie von Jakob Gasser, der die Kellerei mit ebenso hohem Anspruch weiterentwickelt.
Das Klima: Ein Geschenk von Mutter Natur
Mit rund 2.000 Sonnenstunden pro Jahr bietet das alpin-mediterrane Klima in Südtirol optimale Bedingungen für den Weinanbau. Tagsüber erwärmt die Ora, ein warmer Südwind, die Region und sorgt dafür, dass die Trauben zur perfekten Reife gelangen und ausreichend Zucker ausbilden. In der Nacht hingegen bringen die kühlen Fallwinde des Mendelmassivs eine willkommene Abkühlung im Tal. Sie verhindern, dass die Trauben zu schnell reifen, und ermöglichen so eine harmonische Entwicklung des Säuregehalts und der Aromen. Und noch einen Vorteil bringt der Wind mit sich: Nach Regenfällen trocknet er schnell die Trauben und schützt sie so vor Pilzbefall. Die Winzer in Eppan genießen somit den Luxus, ihre Reben in einer Region großzuziehen und zu pflegen, die kaum geeigneter für ihre Passion sein könnte. Wenn dann noch eine Premium-Cantina wie St. Michael-Eppan die Rebsäfte aus den Trauben keltert, bedeutet das Weingenuss auf allerhöchstem Niveau – gestern wie heute.



