Weingut Pfeffingen: Charakterweine aus Bad Dürkheim – wo Tradition, Terroir und Treue zur Scheurebe zusammenfinden
Zwischen Bad Dürkheim und Ungstein, dort wo die Deutsche Weinstraße ihren sanften Bogen zieht, liegt das Weingut Pfeffingen. 250 Jahre Geschichte schwingen in diesem Familienbetrieb mit, das stets hellwach nach vorn blickt. Doris und Jan Eymael führen das Haus in dritter und vierter Generation – mit Präzision im Weinberg, Ruhe im Keller und einem klaren Qualitäts-Kompass: Weine machen, die schmecken lassen, wo sie gewachsen sind.
Pfalz, Mittelhaardt, Pfeffingen: Herkunft mit Haltung
Die Mittelhaardt ist ein Glücksfall für Reben. Der Pfälzer Wald schützt vor Kaltluft, die Hänge erwärmen sich früh, die Böden wechseln auf engstem Raum ihre Farbe und Textur. Pfeffingen bewirtschaftet rund 17 Hektar und setzt auf selektive Handlese, niedrige Erträge und viel Ruhe beim Ausbau – aromenschonend, gradlinig, ohne Schnörkel. Riesling dominiert den Rebsortenspiegel (deutlich über die Hälfte der Fläche), flankiert von Weißburgunder und Spätburgunder. Und dann ist da die Sorte, die hier eine Bühne wie kaum anderswo bekommt: die Scheurebe.
„Lord of the Scheu“: Eine Haus-Spezialität mit Strahlkraft
Kaum ein deutsches Weingut hat die Scheurebe so konsequent begleitet wie Pfeffingen – seit über 50 Jahren. Vom trockenen, glasklaren Gutswein über feinfruchtige Spätlesen bis zu nobel-süßen Auslesen: Die Bandbreite zeigt, wie groß das Potenzial dieser Rebsorte ist. Kein Wunder, dass Kritiker Jan Eymael den Beinamen „Lord of the Scheu“ gaben. Wer Sauvignon Blanc liebt, entdeckt hier oft „die aromatische, feine Schwester“ – nur eben mit Fruchtfülle und Schmelz eindeutig aus der Pfalz.
Lagen, die sprechen: Herrenberg & Weilberg
Terroir ist hier kein Schlagwort, sondern tägliche Arbeit.
- Ungsteiner Herrenberg (Kalk, sandiger Lehm, kolluvialer Boden)
Eleganz und Finesse prägen die Weine: kühle Zitrusfrucht, salziger Druck, langes, feingliedriges Finish. Seit 1828 als „herausragend“ eingestuft – eine klassische Große-Gewächs-Lage der Pfalz. - Ungsteiner Weilberg (Terra Rossa, tonig-lehmig, „Roterde“)
Würze und Tiefe, oft mit reifer Steinobstfrucht und einer pikanten, manchmal tropischen Note. Der rote, kalkreiche Boden ist markant – und das schmeckt man. - Ungsteiner Nussriegel (VDP.ERSTE LAGE)
Heterogenes Mosaik aus Buntsandstein, alluvialen Sanden und Kalkanteilen: bringt saftige, fruchtbetonte Weine mit sehr harmonischer Säurestruktur hervor.
Nachhaltig gedacht, präzise gemacht
Pfeffingen versteht Qualität als Summe vieler kleiner Entscheidungen. Biodiversität in den Weinbergen, Verzicht auf Herbizide und Insektizide, nachhaltig gewonnene Energie, Regenwassernutzung, Ressourcenschonung in der Verpackung – die Fair’n’Green-Zertifizierung unterstreicht, dass Ökologie, Ökonomie und gesellschaftliche Verantwortung zusammengehören. Das Ziel ist klar: langfristig arbeiten, Herkunft bewahren, Weinberge für die Zukunft erhalten.
Menschen hinter den Weinen
- Jan Eymael, Dipl.-Ing. Weinbau & Önologie – Geisenheim, Bordeaux, Kalifornien, Australien: international geprägt, in der Pfalz verwurzelt. Qualitätsfanatiker im besten Sinne, mit Sinn für Stil und Zeitgeist.
- Doris Eymael – hält die Fäden zusammen, pflegt die Weinberge und den Kontakt zur Kundschaft. Tradition sichern, Neues offen aufnehmen.
- Rainer Gabel, Dipl.-Ing. – seit 1995 im Haus, Allrounder im Keller und Garant für Konstanz.
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