Was Dom Pérignon besonders macht
Was Dom Pérignon von anderen großen Champagnern unterscheidet, ist die Konsequenz, mit der das Haus sich selbst Grenzen setzt. Es gibt keinen Jahrgangsverschnitt als verlässliche Basis, sondern ausschließlich Jahrgangschampagner, und wenn ein Jahr dem eigenen Anspruch nicht genügt, verzichtet das Haus lieber ganz auf einen Vintage. Jede Ausgabe entsteht als Assemblage aus Chardonnay und Pinot Noir, deren gegensätzliche Eigenschaften bewusst Spannung erzeugen sollen, und reift anschließend so lange auf der Hefe, wie es nur wenige Häuser für ihre Spitzencuvées vorsehen: rund acht Jahre beim Vintage, fast zwölf beim Rosé und fast fünfzehn bei der späten Plénitude 2, die denselben Jahrgang in einer neuen Phase seiner Entwicklung zeigt.
Dom Pierre Pérignon und die Abtei Hautvillers
Der Name des Hauses geht auf Dom Pierre Pérignon zurück, einen Benediktinermönch, der 1668 zum Prokurator der Abtei Hautvillers ernannt wurde. In einer Zeit, in der Weinbau vor allem auf Erfahrungswissen beruhte, führte er Weinbau- und Kellertechniken nach präzisen Regeln ein, brachte die Weinberge der Abtei wieder in Form und setzte sich zum Ziel, „den besten Wein der Welt“ zu erzeugen. Sein Wein wurde zu einem der gefragtesten Frankreichs und fand seinen Weg an den Hof von Versailles, wo ihn Ludwig XIV. schätzte.
Die Abtei selbst liegt auf einer Anhöhe über dem Marnetal, umgeben von Rebhängen, und wurde der Legende nach um 650 vom Heiligen Nivard gegründet, den eine Taube an diesen Ort geführt haben soll. Das Haus bezeichnet Hautvillers als Geburtsort des Champagners und versteht das klare, strenge Erbe dieses Ortes bis heute als Bezugspunkt seiner kreativen Arbeit.
Warum Dom Pérignon immer ein Jahrgangschampagner ist
Während viele Champagner-Häuser ihren Stil über Weine aus mehreren Jahren sichern, legt sich Dom Pérignon bewusst eine Einschränkung auf: Der Champagner darf ausschließlich aus der Lese eines Jahres erzeugt werden. Damit wird jeder Vintage zu einer Auseinandersetzung mit dem Charakter der jeweiligen Jahreszeiten, und weil nicht jedes Jahr dem Anspruch des Hauses genügt, werden manche Jahrgänge nicht deklariert. Beispielsweise wurde das Jahr 2016 ausgelassen. Diese Zurückhaltung gehört zum Selbstverständnis von Dom Pérignon, das seine Arbeit Jahrgang für Jahrgang neu erfindet und jede Ausgabe als Teil einer fortlaufenden Reihe begreift.
Drei Dimensionen bestimmen dabei den Ausdruck eines Weins: das Jahr mit seinem klimatischen Charakter, die Farbe – Blanc oder Rosé – und die sogenannte Plénitude, also das Reifestadium, in dem der Champagner nach einer bestimmten Zeit auf der Hefe freigegeben wird.
Assemblage und Reife: die Handschrift von Dom Pérignon
Grundlage des Stils ist die Assemblage, also die Verbindung verschiedener Rebsorten und Herkünfte zu einem Ganzen. Dom Pérignon vereint Chardonnay und Pinot Noir in einem Gleichgewicht, das die gegensätzlichen Eigenschaften beider Sorten – die Spannung und Feinheit des Chardonnay, die Struktur und Tiefe des Pinot Noir – bewusst aufeinandertreffen lässt, damit ein Wein mit mehr Spannung, Rhythmus und Komplexität entsteht.
Entscheidend ist die lange Reife auf der Hefe. Rund acht Jahre verbringt ein Dom Pérignon im Keller, bis er seine erste Plénitude erreicht; in dieser Zeit schützt der Hefekontakt den Wein vor Oxidation und lässt ihn sich langsam und kontinuierlich verändern. Kellermeister Vincent Chaperon beschreibt das Ziel als Harmonie aus Präzision, Intensität und Komplexität, ergänzt durch Reife, Dynamik und Leichtigkeit. Im Glas zeigt sich das als kraftvoller, würziger Champagner, der von einer feinen, salzigen Mineralität getragen wird und trotz seiner Fülle nicht massig wirkt – ein Stil, der klassisch ausgerichtet ist und sich deutlich von bewusst oxidativ ausgebauten Champagnern unterscheidet.
Vincent Chaperon: der Kellermeister von Dom Pérignon
Vincent Chaperon kam 1999 zu Moët & Chandon und 2005 zu Dom Pérignon, wo er dreizehn Jahre lang eng mit seinem Vorgänger Richard Geoffroy zusammenarbeitete. Seit dem 1. Januar 2019 ist er Chef de Cave des Hauses und verantwortet damit die Entscheidung, welche Jahrgänge als Vintage erscheinen und wie jede Assemblage zusammengesetzt wird.
Vintage, Rosé und Plénitude 2: die Kollektion im Überblick
Dom Pérignon Vintage ist der Kern des Hauses und der naheliegende Einstieg in seinen Stil. Nach rund acht Jahren auf der Hefe zeigt er den Dialog zwischen dem Charakter eines Jahres und der Signatur von Dom Pérignon in einer bereits harmonischen, zugänglichen Form.
Dom Pérignon Rosé ist um den Pinot Noir herum aufgebaut und reift fast zwölf Jahre im Keller. Das Haus versteht ihn als Erkundung der eigenen Grenzen; er ist die Wahl für alle, die die Handschrift von Dom Pérignon mit mehr Tiefe und dem Ausdruck roter Trauben erleben möchten.
Dom Pérignon Plénitude 2 (P2) bezeichnet eine zweite, spätere Freigabe eines Jahrgangs nach fast 15 Jahren im Keller. In dieser Phase gewinnt der Wein an Ausdruckskraft und Energie, sodass P2 besonders für Sammler und für den Vergleich mit dem jüngeren Vintage desselben Jahres interessant ist.
Dom Pérignon Champagner lagern, öffnen und servieren
Die ideale Trinktemperatur für einen Dom Pérignon Vintage liegt bei 12 °C. Da sich der Wein im Glas um einige Grad erwärmt, empfiehlt sich eine Serviertemperatur von 8 bis 10 °C. Rosé und Plénitude 2 erreichen ihren aromatischen Höhepunkt erst bei etwa 14 °C und werden daher bei 10 bis 12 °C eingeschenkt. Seit mehr als zwei Jahrzehnten präsentiert das Haus seine Jahrgänge in einem eigens von Riedel entworfenen Glas; gereinigt wird es am besten mit Dampf oder sehr heißem Wasser und anschließend an der Luft getrocknet.
Beim Öffnen ist Sorgfalt gefragt, denn in der Flasche herrscht ein Druck von 6 bis 8 bar. Das Haus rät ausdrücklich vom Sabrieren ab: Die Flasche wird leicht geneigt, der Drahtkorb gelöst, während der Korken festgehalten wird, und anschließend wird die Flasche langsam gedreht, bis sich der Korken sanft und ohne Knall aus dem Hals löst – stets von Gästen abgewandt.
Da Dom Pérignon beim Verkauf bereits lange gereift ist, lässt er sich unmittelbar genießen, kann bei richtiger Lagerung aber über Jahrzehnte aufbewahrt werden. Mit der Zeit vertieft sich die Farbe in Richtung Bernstein, die Aromen werden vielschichtiger und die Perlage feiner. Empfohlen wird eine Lagerung bei 14 °C, mindestens jedoch im Bereich von 12 bis 16 °C, ohne Temperaturschwankungen, liegend und dunkel, damit der Korken feucht bleibt und der Wein seine Kohlensäure möglichst lange bewahrt.
Dom Pérignon in Kunst und Popkultur
Kaum ein Champagner ist so fest in der Popkultur verankert wie Dom Pérignon, dessen Name weit über die Weinwelt hinaus als Symbol für besondere Anlässe verstanden wird. Das Haus pflegt diese Rolle bewusst durch limitierte Editionen, die in Zusammenarbeit mit zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern entstehen: Beispielsweise haben Björk, Lenny Kravitz, die Modedesignerin Iris van Herpen und Lady Gaga bereits Sonderausstattungen gestaltet, und eine Hommage an Jean-Michel Basquiat sprach Weinliebhaber und Kunstsammler gleichermaßen an.
Die Auswahl verstehen
Wer den Stil von Dom Pérignon kennenlernen möchte, beginnt beim aktuellen Vintage, der die Handschrift des Hauses am klarsten zeigt. Der Rosé-Champagner eignet sich für Anlässe, zu denen ein Champagner mit mehr Tiefe auch zum Essen passen soll, während Plénitude 2 und gereifte Jahrgänge den Blick auf die Entwicklung über viele Jahre öffnen und sich für Sammlungen und Vergleichsproben anbieten. Künstlereditionen und Geschenkverpackungen schließlich verbinden den Champagner mit einem besonderen Anlass.
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Tesdorpf handelt seit 1678 mit feinen Weinen und zählt damit zu den traditionsreichsten Weinhandelshäusern Deutschlands. Die über Jahrhunderte gewachsenen Verbindungen zu renommierten Erzeugern ermöglichen es bis heute, auch Raritäten und limitierte Abfüllungen zugeteilt zu bekommen. Im Sortiment von rund 4.500 Weinen stehen aktuelle und gereifte Jahrgänge von Dom Pérignon nebeneinander – vom Vintage über den Rosé bis zu den Plénitude-Editionen. Der Onlineshop ist von Trusted Shops zertifiziert und wird von Kunden mit „hervorragend“ bewertet, und die Champagner werden schnell geliefert.