Was Ruinart-Champagner besonders macht
Ruinart verbindet eine Geschichte, die 1729 mit der Gründung des ersten Hauses beginnt, das sich ausschließlich dem Champagner widmete, mit einer stilistischen Entscheidung, die das Haus bis heute klar von vielen anderen großen Maisons abhebt: Seit 1947 steht der Chardonnay im Zentrum jeder Cuvée und verleiht den Weinen jene Frische, Eleganz und feine Mineralität, die als Signatur von Ruinart gilt.
Getragen wird dieser Stil von einer bewusst klaren Vinifikation im Edelstahl und einer für ein großes Haus zurückhaltenden Dosage, die bei den Cuvées ohne Jahrgang um sieben Gramm und bei den Jahrgangschampagnern noch deutlich darunter liegt, sodass die Herkunft der Trauben unverstellt zur Geltung kommt.
Hinzu kommt die lange Reife in den bis zu 38 Meter tiefen Crayères unter Reims, die zu den tiefsten Kellern der Region zählen, seit 2015 zum UNESCO-Welterbe gehören und in denen der Dom Ruinart rund zehn Jahre auf der Hefe reift. Ein schmales, konsequent aufgebautes Sortiment, das vom R de Ruinart bis zum Grand-Cru-Chardonnay des Dom Ruinart reicht, macht diese Handschrift in jeder Flasche nachvollziehbar.
Von der Idee eines Mönchs zum ersten Champagnerhaus
Die Geschichte von Ruinart beginnt mit Dom Thierry Ruinart (1657–1709), einem Benediktinermönch, der als Theologe und Historiker in der Pariser Abtei Saint-Germain-des-Prés wirkte und dort den damals noch namenlosen „Wein mit Bläschen“ kennenlernte, der unter jungen Aristokraten bereits in Mode war. Sein Neffe Nicolas Ruinart griff die Idee auf und unterzeichnete am 1. September 1729 in Reims die Gründungsurkunde des Hauses, das als erstes Unternehmen überhaupt ausschließlich Champagner herstellte. Schon 1764 verschickte Ruinart Rosé-Champagner in ganz Europa.
Über mehr als zwei Jahrhunderte blieb das Haus in den Händen der Familie, die 1817 in den Adelsstand erhoben wurde und seither den Namen Ruinart de Brimont trug. 1963 übernahm Moët & Chandon das Haus, das damit heute zur Gruppe Louis Vuitton Moët Hennessy (LVMH) gehört und als eigenständiges Champagnerhaus mit eigener Stilistik geführt wird.
Die Crayères: Kreidekeller unter Reims
Die Kellerwelt von Ruinart gehört zu den eindrucksvollsten der Champagne. Bereits Mitte des 18. Jahrhunderts erwarb das Haus Kreidegruben unter Reims, um seine Flaschen dort zu lagern; 1877 richtete es sich auf der Butte Saint-Nicaise ein und baute ein Netz von rund acht Kilometern Galerien auf drei Ebenen aus. Die bis zu 38 Meter tiefen Crayères, ursprünglich als Steinbrüche für den Häuserbau angelegt, bieten mit Dunkelheit, einer konstanten Temperatur von 10 bis 12 Grad und gleichmäßiger Luftfeuchtigkeit ideale Bedingungen für die lange Reife. Während des Ersten Weltkriegs wurden Produktion und Büros zum Schutz vor den Bombardements in die Keller verlegt.
Seit 2015 zählen der Hügel Saint-Nicaise und seine Kreidegruben zum UNESCO-Welterbe in der Kategorie Kulturlandschaft. Bis heute finden hier die zweite Gärung in der Flasche, das Rütteln und die Reife statt, die bei Cuvées ohne Jahrgang bis zu drei Jahre, bei Jahrgangschampagnern rund fünf und beim Dom Ruinart etwa zehn Jahre dauert.
Chardonnay als Signatur von Ruinart
Was Ruinart von vielen anderen großen Häusern unterscheidet, ist die konsequente Ausrichtung auf den Chardonnay. 1947 entschied sich das Haus unter Bertrand Mure, einen Champagner zu schaffen, der Frische und Eleganz in den Mittelpunkt stellt, und seitdem ist die weiße Rebsorte Bestandteil jeder Cuvée. Die Trauben stammen überwiegend von der Côte des Blancs und aus der Montagne de Reims, wo der Chardonnay auf Kreideböden eine ausgeprägte Mineralität entwickelt, die von einer gewissen Rundheit ausbalanciert wird. Die historischen Wurzeln liegen in Sillery und Taissy, wo Ruinart seine ersten Lesen einbrachte.
Im Keller arbeitet das Haus bewusst klar: Die Grundweine werden im Edelstahl vergoren, und der biologische Säureabbau, bei dem die kräftige Apfelsäure in die mildere Milchsäure umgewandelt wird, findet stets statt. Hinzu kommt eine für ein großes Haus eher zurückhaltende Dosage, also die Menge an Zucker, die nach dem Degorgieren zugesetzt wird. Sie liegt bei den Cuvées ohne Jahrgang um sieben Gramm pro Liter und bei den Jahrgangschampagnern noch deutlich darunter, sodass die Frische des Chardonnays wenig überdeckt wird.
Der Ruinart-Stil
Die Champagner von Ruinart verbinden die Frische und Spannung des Chardonnays mit einer feinen, runden Textur, die aus der langen Reife in den Kreidekellern und dem Einsatz von Reserveweinen entsteht. Je nach Cuvée verschiebt sich die Balance: Der R de Ruinart wirkt durch den Anteil an Pinot Noir und Pinot Meunier weiniger und eignet sich gut als Begleiter zum Essen, der Blanc de Blancs zeigt den Hausstil in seiner reinsten Form, und die Jahrgangscuvées gewinnen mit langer Hefereife an Tiefe und Vielschichtigkeit.
Die wichtigsten Cuvées von Ruinart
R de Ruinart
R de Ruinart ist die klassische Cuvée ohne Jahrgang und besteht aus 40 bis 45 Prozent Pinot Noir, 10 bis 15 Prozent Pinot Meunier und rund 40 Prozent Chardonnay. Der leichte Pinot-Schwerpunkt verleiht ihm Körper, während der hohe Chardonnay-Anteil die Frische des Hauses trägt; 40 bis 50 Crus fließen in die Assemblage ein, ergänzt um 20 bis 30 Prozent Reserveweine aus älteren Jahrgängen, bevor der Wein je nach Edition zwei bis drei Jahre auf der Hefe reift.
Ruinart Blanc de Blancs
Ruinart Blanc de Blancs widmet sich ausschließlich dem Chardonnay und verbindet Trauben von der Côte des Blancs, aus der Montagne de Reims, dem Sézannais und dem Vallée de la Vesle. Weil er damit einen großen Teil der Champagne abbildet, wirkt er ausgewogen, frisch und rund zugleich, und die Dosage um sieben Gramm hält den Stil klar und präzise.
Ruinart Rosé
Ruinart Rosé vereint die Frische des Chardonnays von der Côte des Blancs und aus der Montagne de Reims mit der Frucht des Pinot Noir aus der Montagne de Reims und dem Vallée de la Marne, der teils weiß gekeltert und teils als Rotwein vinifiziert wird. Alle Trauben des Rosé-Champagners stammen aus dem Kerngebiet der Champagne.
Dom Ruinart Blanc de Blancs
Dom Ruinart Blanc de Blancs ist seit 1959 die Spitzencuvée des Hauses und wird nur in ausgewählten Jahren ausschließlich aus Grand-Cru-Chardonnay erzeugt, der von der Côte des Blancs aus Le Mesnil-sur-Oger, Avize, Chouilly und Cramant sowie aus Sillery in der Montagne de Reims stammt. Nach rund zehn Jahren Hefelager und mit deutlich niedrigerer Dosage zeigt er Tiefe und Reichtum, die ihn zu einem überzeugenden Begleiter für Krustentiere machen. Der aktuelle Jahrgang 2013 stammt aus einer besonders späten Lese und zeichnet sich durch große Frische und eine ausgeprägte Spannung aus.
Dom Ruinart Rosé folgt demselben Anspruch, erhält mindestens elf Jahre Hefelager und eine Dosage um vier Gramm. Er besteht zu 85 Prozent aus Grand-Cru-Chardonnay aus denselben Gemeinden wie der Dom Ruinart Blanc de Blancs und zu 15 Prozent aus Pinot Noir aus dem Grand Cru Aÿ.
Orientierung in der Auswahl
- Für den Einstieg in den Hausstil: R de Ruinart, der Frische und Körper ausgewogen verbindet und vielseitig zum Essen passt.
- Für die Chardonnay-Signatur in reiner Form: Ruinart Blanc de Blancs.
- Für Frucht und Eleganz: Ruinart Rosé.
- Für lange Reife und besondere Anlässe: Dom Ruinart Blanc de Blancs und Dom Ruinart Rosé, die mit zehn und mehr Jahren Hefelager die Tiefe der Grand Crus zeigen.
Wer Ruinart kennenlernen möchte, kann die Cuvées im direkten Vergleich verkosten und so erleben, wie sich Herkunft, Reifezeit und Chardonnay-Anteil auf den Stil auswirken. Ergänzend bietet sich der Blick auf weitere [Champagner aus Reims] und [Blanc de Blancs aus der Côte des Blancs] an.
Ruinart Champagner bei Tesdorpf kaufen
Tesdorpf handelt seit 1678 mit feinen Weinen und zählt damit zu den traditionsreichsten Weinhandelshäusern Deutschlands. Die über Jahrhunderte gewachsenen Verbindungen zu renommierten Erzeugern ermöglichen es bis heute, auch Raritäten und limitierte Abfüllungen zugeteilt zu bekommen. Im Sortiment von rund 4.500 Weinen steht der R de Ruinart neben dem Blanc de Blancs und dem Rosé des Hauses, ergänzt um die Jahrgangscuvées Dom Ruinart Blanc de Blancs und Dom Ruinart Rosé, in denen sich die Chardonnay-Handschrift von Ruinart nach langer Reife in den Kreidekellern von Reims besonders vielschichtig zeigt. Ausgewählte Flaschen gibt es auch im Papieretui des Hauses oder in Geschenkverpackung. Der Onlineshop ist von Trusted Shops zertifiziert und wird von Kunden mit „hervorragend“ bewertet, und die Champagner werden schnell geliefert.