Einzigartige Wein-Geschichte: von Chanel zu Chardonnay
Es klingt wie ein Märchen. Louis Fery, der Ururgroßvater des heutigen Betreibers Jean-Louis Féry, wurde Anfang des 20. Jahrhunderts zum Lieferanten von schwarzen Johannisbeeren für das legendäre Parfüm Chanel No.5.
Cassis-Aroma ist längst nicht mehr der typische Duft Domaine Jean Féry, schließlich befinden wir uns im Burgund und nicht an der Loire. Die Beeren, die heute angebaut werden, sind weder Johannisbeeren noch Sauvignon Blanc. Die Passion und Expertise von Féry ist Aligoté, Chardonnay und Pinot Noir.
Im Herzen des Burgund
Ebenso märchenhaft liegt die Domaine. Im idyllischen Örtchen Échevronne, inmitten der Weinregionen Beaune und Nuit St. Georges, hat die Familien-Domaine Jean Féry ihren Sitz. Hier werden mit Leidenschaft und handwerklichem Können Weine erzeugt, die nicht nur biologisch zertifiziert sind, sondern auch das Ergebnis jahrzehntelanger Erfahrung und Hingabe widerspiegeln. Das Sortiment reicht von exzellenten Basisweinen bis hin zu erstklassigen Grand Crus.
Die Weine zeichnen sich durch Lebendigkeit und Ausdruckskraft aus und bieten eine große Bandbreite, die vom trinkigen Gutswein bis hin zu herausragenden Lagenweinen reicht, die sich durchaus mit den großen Namen der Region messen können. Und das zu unglaublich fairen Preisen – viel zu oft eine Seltenheit in dieser hochklassigen Region.
Vom eleganten Puligny-Montrachet bis zum kraftvollen Corton Grand Cru spiegeln die Weine das einzigartige Terroir Burgunds wider. Domaine Féry kombiniert traditionelles Handwerk mit modernen Kellertechniken, um Weine zu kreieren, die durch Tiefe, Finesse und Charakter bestechen – von zugänglichen Village-Weinen bis zu edelsten Crus.
1959 übernahmen die Kinder von Louis die Leitung. Sie spielten eine bedeutende Rolle bei der Gründung der Gruppe junger Fachleute für Reben und Wein (GJPVV), die sich für die Unterstützung und Beratung der nächsten Winzergenerationen einsetzte. 1961 führte ihre Arbeit zur offiziellen Anerkennung der A.O.C. Bourgogne Hautes Côtes de Beaune und Bourgogne Hautes Côtes de Nuits.
Die klare Linie des Weinguts, der Fokus auf das individuelle Terroir und die Eleganz der Weine haben uns sofort überzeugt. Nur wenige Weingüter im Burgund können eine derart breite Palette an Lagen aus verschiedenen Gemeinden bieten und gleichzeitig ein so hohes Qualitätsniveau aufrechterhalten. Derzeit produziert das Weingut 36 verschiedene Weine – von Gevrey-Chambertin aus der Côte de Nuits über Puligny-Montrachet aus der Côte de Beaune bis hin zur Côte Chalonnaise. Das Sortiment reicht von einfachen AOC Bourgogne-Weinen bis hin zu den berühmtesten Grand Crus. Und es wächst weiter: Laurent Féry ist ständig auf der Suche nach neuen Weinbergen, um das Portfolio zu erweitern und eine umfassende Darstellung der Vielfalt der Terroirs Burgunds zu bieten.
Herausragende Burgunder-Lagen
Aktuell umfasst das Weingut 32 Hektar Weinberge in 36 Appellationen. Ziel ist es, die Fläche weiter auszubauen, vor allem in Gebieten, die bislang nicht bewirtschaftet werden. Laurent hat bereits viel in den Betrieb investiert und vieles umorganisiert, um das Weingut zu einem der aufregendsten der Region zu machen. Dazu gehört auch der Wechsel zur biologischen Landwirtschaft, den sein Vater Jean-Louis 2008 abgeschlossen hat. 2011 erhielt das Weingut die ECOCERT-Zertifizierung, und biodynamische Methoden werden zunehmend angewendet. Einige Lagen werden inzwischen mit Pferden bearbeitet, um Bodenverdichtung zu vermeiden und die manuelle Bearbeitung zu fördern.
Die Weißweine werden aus ganzen Trauben gepresst, um Oxidation und Tannine aus den Schalen und Kernen zu vermeiden. Der Most wird 24 Stunden bei niedriger Temperatur ruhen, um eine natürliche Vorklärung und eine Reduzierung von Stress zu erzielen. Die Gärung und Reifung erfolgt zu 50 % in neuen Holzfässern. Während der Kellerreifung wird die Hefe regelmäßig aufgerührt, um die Komplexität der Weine zu fördern. Bei der Abfüllung werden die Weißweine leicht geschönt und sanft gefiltert, um ihre Reinheit und die präzise Aromenstruktur zu bewahren.
Für die Rotweine werden die Trauben komplett entrappt und anschließend 5 Tage in offenen Stahltanks bei niedriger Temperatur mazeriert. Die Gärung erfolgt spontan, ohne Zugabe von Reinzuchthefen. Hohe Temperaturen werden durch kontrollierte Kühlung vermieden, um die Feinheit und Eleganz der Aromen zu erhalten. Nach der Gärung werden die Weine ohne Druck abgelassen und der Tannin-reichere Presswein wird getrennt aufgefangen. Die Weine reifen in Fässern, wobei auch hier der Anteil an neuem Holz bei 50 % liegt. Bei der Abfüllung werden die Rotweine weder geschönt noch gefiltert.



